“Was würdest du raten, wenn man sich eigentlich eine Partnerschaft wünscht, aber gleichzeitig Angst vor zuviel Nähe hat?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Man sollte untersuchen, was für eine Angst es ist. Ob es eine körperliche Angst ist, d.h. ob man ungern einen anderen Körper anfasst oder ob es eine geistige Angst ist, d.h. ob man sich ungern öffnet.
Sich zu fragen, ob man die Zahnbürste des anderen benutzen würde, ist eine gute Methode, um herauszufinden, ob man eine grundlegende körperliche Offenheit hat. Findet man den anderen anziehend, berührt ihn gerne, sieht ihm gerne nach, dann sollte man versuchen herauszufinden, wie man die Hindernisse entfernen kann.

Man sollte dann da ansetzen, wo die Kraft ist – also, wenn man ihn vor allem wegen des Körpers mag, dann sollte man da ansetzen und schauen, ob man das auch auf den Geist ausdehnen kann. Mag man den anderen wegen des Geistes, so sollte man schauen, ob man das auf den Körper ausdehnen kann. Immer „die Kunst des Möglichen“, d. h. immer mit dem anfangen, was anliegt und von da aus schauen, was möglich ist. Es ist auch wichtig,  auf die eigene Einstellung zu schauen. Wenn man mit der Einstellung „was kann ich geben“ herangeht, dann wird das Verhältnis sicher gut.

Wenn man mit der Einstellung „was kann ich kriegen“ herangeht, dann wird es sicher nicht gut. Daher muss man sich selbst stärken und sich bewusst machen, dass man geben kann. Man soll sich selbst als mächtig und fähig sehen und denken, dass man den Partner Gutes gibt. Dann soll man offen sein für das Gute, das man bekommt. Man soll sich nicht kleiner machen, nicht denken „wer möchte mich kleines Ich mit nach Hause nehmen“, sondern sich selbst groß machen und in die Welt hinausgehen.

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