“Was kann man tun, wenn man sich aus Angst vor Enttäuschungen nicht mehr öffnen kann?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das ist ganz leicht. Man denkt an die anderen, daran, was man für sie tun kann und wie man ihnen Freude bringen kann. Der Rest passt dann von selbst.
Man denkt nicht an sich, sondern denkt: „Hier ist einer, der liebt mich, der braucht mich.“ Und dann versucht man zu geben. Und während man an die andere Person denkt, bekommt man die eigene Bestätigung und Freude sozusagen rückwirkend. Denkt man aber nur daran, was man erleben kann oder wo man verwundbar ist, dann ist das so, als würde man mit Blei im Kofferraum fahren: Man kommt nicht weit und man fährt nicht gut. Der, der sich voll in die Aufgaben stürzt und dann mit Vertrauen mit den Sachen arbeitet, so wie sie sind, der ist im Vorteil.

Ich denke, die Leute lieben zu wenig. Sie wollen es viel zu angenehm und gehen nicht an ihre Grenzen. Man sollte sich in die Liebe reinstürzen und etwas erleben – das ist wertvoll für die eigene Entwicklung.
Als Beispiel erzähle ich euch die Geschichte vom kleinen Bärenkind, das sehr philosophisch war. Als die Zeit gekommen war, da es laufen lernen sollte, da überlegte es hin und her, welche Pfote nun zuerst und welche dann. Da kam seine Mutter vorbei. Sie fand, dass das Bärenkind zu lange herumstand, schubste es ordentlich an, so dass es weit flog und dann vollkommen laufen konnte. Das Bärenkind hat niemals gewusst, was es zuerst bewegt hat. So ist das auch mit der Liebe, man tut einfach sein Bestes und denkt daran, anderen Glück und Sinn zu geben.

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