Stellungnahme von Lama Ole Nydahl über die derzeitige Tragödie in Tibet "Der Diamantweg-Buddhismus erwartet bei seinen Anhängern die Reife, ein eigenständiges Verständnis zum Weltgeschehen zu entwickeln. Entsprechend spiegeln diese Äußerungen nur meine eigenen Erfahrungen zu den tibetischen Empfindungen und Sichtweisen wider: |
||
Während unserer dreijährigen Ausbildung im Himalaya beginnend 1968 und auch danach ist meiner Frau und mir kein einziger Tibeter begegnet, der die chinesische Eroberung Tibets guthieß. Während des ersten Jahrzehnts galt ihre Erschütterung vor allem der Tatsache, dass zwischen 20 und Da die Chinesen später der "Viererbande" die Schuld für die Kulturrevolution zuschoben und Deng eine liberale Periode ins Leben rief, waren viele Tibeter bereit, unter den gegebenen Bedingungen zumindest mit zu arbeiten. Als die Chinesen jedoch kurz danach begannen, die Wahl der wiedergeborenen Lamas beeinflussen zu wollen und solch riesige Massen von Einwanderern nach Tibet brachten, dass sich ihr Land grundlegend veränderte und sie zur Minderheit gerieten, wurde diese neue Welle der Unruhe wohl unvermeidbar. Wie überall, wo Männer mit Steinen in den Händen Maschinengewehren gegenüber stehen, ist dies ein völliges Trauerspiel und es sollte einer Supermacht wie China nicht unmöglich sein, ihnen die so heiß erwünschte Selbstbestimmung zu gewähren. Sie wollen das ja nur auf den Gebieten von Religion und Kultur. Mag China das schaffen, bevor noch weitere Leben zerstört werden und der Zugang zu den demokratischen Staaten der Welt für Jahre in Frage gestellt ist. Die Tibeter sind kein gewalttätiges Volk und es ist möglich, ihre rechtmäßigen Wünsche nach Freiheit zu erfüllen. Sollte es China in diesem Fall gelingen, weitsichtig zu handeln, wird dies eine unvergessliche Tat bleiben." Lama Ole Nydahl, Dänemark |
||