“Wieso sind in den buddhistischen Institutionen so wenig Frauen vertreten?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Die Frauen wollen es nicht so sehr. Sie machen sich nicht so viel aus einer hohen Stellung in einem hierarchischen System. Frauen arbeiten lieber in Kreisen als in Pyramiden. Außerdem haben sie einfach nicht so viel Spaß an Stellungskämpfen wie Männer: Wenn man eine Frau und ihre Familie nicht stört, dann ist sie friedlich. Auf der anderen Seite, wenn der Mann hört, es gäbe einen im nächsten Tal, der sagt er sei stärker, geht er auch über einen sehr hohen Berg, um den auszuchecken.

Wenn es also darum geht, eine Familie zu gründen, verbringen meistens die Frauen mehr Zeit mit den Kindern, weil ihnen das wichtiger ist als das Vorankommen in irgendwelchen Institutionen.
Aber wenn sie dann wieder mehr Zeit haben, fangen sie wieder an, nach außen zu gehen. Und dann haben sie eine unschlagbare neue Erfahrung und eine riesige persönliche Reife und werden sehr gute Lehrer.
In unserer Linie haben die Frauen soviel zu sagen wie die Männer. Wir arbeiten auf der Ebene von Spaß und Freundschaft. Unter meinen eigenen Schülern, auch unter denjenigen, die ich rausschicke um zu lehren und die Zentren zu leiten, sind ebenso viele Frauen gibt wie Männer.

Allerdings scheint es so zu sein, dass weniger Frauen als Männer voll aus dem persönlichen Leben aussteigen und sich 100% etwas Überpersönlichem stellen wollen. Die meisten wollen etwas für sich selbst, eine Familie oder einen Mann. Aber wir haben kluge und tüchtige Frauen, die die Lehre einerseits und etwas Privatleben und Familie andererseits gut verbinden können.

Comments are closed.