“Du hast einmal gesagt, dass ein modernes Mahamudra durch die Zentren arbeitet. Wie meinst du das?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wir sind ja alle Kagyüs, d.h. wir haben eine enge Verbindung zueinander. Das drückt sich nicht dadurch aus, dass wir uns jeden Tag sehen, sondern dadurch dass die einzelnen Gruppen Kraftfelder haben, die über mich mit Karmapas Kraftfeld in Verbindung stehen.
Wenn man in so eine Gruppe geht, dann lernt man immer etwas über sich selbst. Die  Grundeinstellung ist die des Mahamudra: Man weiss, wir sind alle Teile einer Ganzheit und Subjekt, Objekt und Tat sind grundlegende Ausdrücke derselben Wahrheit.

Deshalb ist der Besuch im Zentrum entweder eine Reinigung oder ein Segen, aber immer ein Spiegel, der einem das eigene Gesicht zeigt. Und deswegen ist es besser, im Zentrum gut zu meditieren als auf dem Knie des Lehrers zu sitzen und woanders hinzuschauen. Wenn man sein Bestes tut, die Bände hält und ein starkes Gefühl hat, dann ist der Lehrer da. Denn der Lehrer ist der Raum.

Sicher muss man den körperlichen Lehrer auch ab und zu sehen, damit man nicht abhebt oder stolz wird, damit man sich checken kann und damit man mal was Neues hört.
Aber die Gruppen sind die Vertreter des Lehrers: Da bekommst du die Belehrung, die Meditation, die Mittel, da triffst du Leute, die die Übertragung und den Segen haben, und in der Weise wächst  alles.

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