“Wie löse ich meine Eifersucht auf?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das beste Gegenmittel, das ich gegen Eifersucht und alle Arten von Erwartungen kenne, ist ganz einfach: Du machst Dich selbst unendlich reich und kannst den anderen dadurch alles Glück der Welt geben. Jedes Mal, wenn du an jemanden denkst, von dem du etwas willst, zum Beispiel dass er dich liebt, denke: "Möge er (oder sie) jedes nur erdenkliche Glück haben." Denn wenn du dich selbst reich fühlst und in der Position desjenigen bist, der gibt und der dem anderen Gutes wünscht, dann kommst du auch nie in eine schwierige Situation.

Eine Situation wird schwierig, wenn sie sich klein und beengt anfühlt. Wenn z.B. dein früherer Partner jetzt mit einer Anderen zusammen ist und du denkst: ,,Oh, jetzt macht er mit ihr gerade diese eine Sache, die so wunderbar und speziell ist und die er immer mit mir gemacht hat’’, dann ist das ein Gedanke, der dich einfängt und den du nicht mehr los wirst. Das ist dann so eine beengte Situation. Wünschst man ihm aber 50 Tanzmädchen oder der früheren Partnerin soviel Offiziere mit Schnurrbärten auf Pferden wie sie nur will, wenn man also dem anderen alles in Überfülle wünscht, so ist es nicht mehr persönlich, sondern wird zu einem Disneyland – und auf einmal löst sich das Problem auf. So wird aus einer kleinen, persönlichen Sache etwas sehr Tiefgründiges. Und auf diese Weise kann man sehr schnell wachsen, weil man einen Turboeffekt nutzt.
Auf einmal kommst du aus der Dunkelheit und fängst wirklich an zu strahlen. Du kannst Witze über die Dinge machen, die dir vorher ungeheuer wichtig waren, und ohne Einengung oder Einschränkung damit arbeiten. Das gibt viel Kraft und wirkt äußerst befreiend. Vielleicht hat man dann noch das Glück, in dieser Situation eine Extraportion gute Energie vom Lehrer zu bekommen, der einen in die richtige Richtung schubst, wodurch man schnell den Weg zu seiner eigenen Kraft findet und weitere Fortschritte macht.  Allen Glück zu wünschen, ist wirklich sehr gut.
Wenn der Schmerz der Eifersucht allerdings noch zu stark ist, dann muss man wohl noch ein bisschen lernen. In so einem Fall würde ich mit Mantras anfangen, die wie ein antineurotischer Schutzfilm auf den Geist wirken, so dass die Störgefühle darauf ausrutschen und sich nicht festsetzen können. Einfach Komponenten von Neurosen rausnehmen und dafür Komponenten von Mantras reinlegen. Für jemanden, der erst anfängt mit seinem Geist zu arbeiten, der noch nicht so viel Kraft hat und noch sehr verwundbar ist, sind Mantras ist die erste Maßnahme und der beste Schutz.
Auf der höchsten Ebene benimmt man sich wie ein Buddha, bis man ein Buddha geworden ist. Das bedeutet, man verweilt völlig in der Identifikation mit der Erleuchtung, lässt die Dinge gehen, hält nicht an ihnen fest. Das ist die höchste Ebene.

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