“Eigentlich müssten doch gerade Buddhisten in den westlichen Ländern viele Kinder bekommen, weil es doch etwas sehr Gutes ist, einem Bewusstsein eine so aussichtsreiche Wiedergeburt zu ermöglichen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Abgesehen von den Mönchen und Nonnen, kann man – mit freudvollem Sexualleben – auf zwei Weisen leben. Als Yogi mit mehr Konzentration auf die Entwicklung und die Arbeit oder als Laie mit Kindern. Bei beiden Wegen kann man erleuchtet werden.
Bei den Laien geht es ein bisschen mehr darum, dass man gut funktioniert und in der Weise ein gutes Beispiel gibt. Als Yogi hat man mehr die Funktion, bei den Leuten feste Ideen und Vorstellungen aufzulösen, damit sie eine freie Sicht auf die Welt haben. Welcher Weg der richtige ist, hängt auch davon ab, wie viele karmische Schulden man hat.
Einige Damen werden schon schwanger, wenn sie an einer Herrentoilette vorbeigehen. Das sind diejenigen, die viele karmische Schulden, viele Versprechen haben und vielen Wesen ein Leben schuldig sind.

Mit den Mitteln, die wir haben, kann man beide Wege praktizieren. Ich freue mich über buddhistische Familien, es ist toll, dass es sie gibt. Aber ich bin auch froh über buddhistische Yogis, die mehr Energie für die Praxis haben.
Im tibetischen Buddhismus spielt die Mutter ja auch eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Mitgefühl. Man fängt an daran zu denken, was die eigene Mutter für einen getan hat, als man klein war. Dann denkt man daran, dass sie nicht nur in einem Leben Mutter gewesen ist, und dann geht man weiter und erkennt, dass alle irgendwann einmal „Mutter“ für mich gewesen sind. Aus dieser Liebe und Dankbarkeit der Mutter gegenüber, entwickelt sich dann das ganze Mitgefühls-Mandala, der ganze Mitgefühls-Palast.

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