“Funktioniert das, wenn sich in einer Partnerschaft einer für eine geistige Entwicklung interessiert, und der andere nicht?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ich würde sagen, es kommt darauf an. Wenn man sich wirklich liebt und wenn man wirklich wünscht, dass es dem anderen gut gehen soll, dann ist es sehr gut möglich, dass sie meditiert und er unterstützt sie, und sie haben beide Vorteile davon. So lange keine Eifersucht entsteht, weil der Mann plötzlich denkt: ,,Sie entwickelt sich schneller als ich’’ oder ,,Sie denkt mehr an den Lama als an mich’’. Oder die Frau denkt: Ich sitz hier zuhause mit den Kindern und er hat woanders großartige geistige Erfahrungen’’. Da muss man wirklich Freunde sein und zusammen stehen.

Und letztendlich macht menschliche Entwicklung auch süchtig, wenn man das erste Mal daran schnuppert. Und anfängt zu spüren, was da an inneren Möglichkeiten liegt und was wir alle an Reichtümern haben. Da wird man süchtig, erleuchtungssüchtig. Ich würde sagen, auf lange Sicht ist es am Besten, wenn man das teilen kann. Aber tut man es nicht, denkt der Eine so und die Andere so: Dann wird man, wenn man sich bloß darüber freut, dass es ihr oder ihm gut geht, die guten Eindrücke auch selbst bekommen. Und irgendwann wird man dann auch selbst einsteigen können.

Bei uns ist es meistens so, dass wenn der Mann zuerst zum Buddhismus kommt, dann kommt die Frau fast immer sofort mit. Aber wenn die Frau den Anfang macht, dann dauert es oft lange, bevor der Mann kommt. In einem Fall 15 Jahre…

Das heißt, wer dann im Dharma ist, muss teilen und sagen: ,,Ich tu es für uns.’’ Und man kann sich den Partner neben sich vorstellen in der Meditation, und ihn mitmachen lassen in den Übungen. Derjenige, der meditiert, darf den anderen nicht ausgrenzen, sondern wo die Entwicklung ist, muss auch der Partner mit einbezogen werden. Aber es ist schon am Besten, wenn man eine ähnliche Sichtweise hat.

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