“Es ist doch oft so, dass nach einigen Jahren das Liebesleben immer mehr einschläft. Warum ist das so und kann man es verhindern?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Es gab mal einen Zeitungsartikel darüber, dass sich, wenn man nach drei Jahren keine Kinder zusammen bekommen hat, etwas an den Hormonen ändert und dass dann die Liebe nicht mehr soviel Spass macht. Das ist aber nicht meine Erfahrung. Vielleicht ist es so, wenn es hauptsächlich eine physische Anziehung ist.

Aber wenn die Anziehungskraft nicht nur auf der äusseren Ebene, sondern auch auf der inneren und der geheimen Ebene besteht, dann ist das anders. Es ist ganz wichtig, daß man sich gegenseitig auf einer hohen Ebene sieht. Wenn man das nicht tut, dann geschieht es leicht, dass man aufhört zu wachsen, dass man gegenseitig sein schlechtes Gewissen wird und man nichts mehr zusammen unternimmt, was Spass macht. Dann wird alles zur Gewohnheit, und die Sexualität verkümmert. Das sehe ich öfters bei den Leuten. Mein Rat in solchen Fällen ist immer: ,,Macht etwas zusammen, was Spaß macht. Fahrt in Urlaub ohne Kinder, schafft euch eine Situation, in der ihr euch voll aufeinander konzentrieren könnt, wie früher als ihr frisch verliebt wart.

Und versucht, euch auf der höchsten Ebene zu sehen, als ein Mandala, ein Kraftkreis der Liebe.” Wenn man versucht, das weibliche Teil als eine Lotusblüte zu sehen und das männliche Teil als einen Diamanten, dann begegnen sich bei der Vereinigung das weibliche und das männliche Prinzip als Raum und Freude, als Inspiration und Tatkraft, als Weisheit und Mitgefühl. Wenn man sich dafür öffnet, dann kann sehr große Freude enstehen.
Man sollte den Körper als rein erleben und als Werkzeug sehen, um Glück und Freude zu bringen. Liebe ist mehr als nur eine Viertelstunde nach dem Fernsehen!

Und wenn man sich am Morgen geliebt hat und danach aus dem Haus geht, dann sollte man nicht versuchen, möglichst neutral auszusehen, damit keiner sieht, was man erlebt hat. Sondern man soll die guten Schwingungen der Liebe in die Welt hinausstrahlen. Es ist wichtig, dass man alles Gute, was man erlebt, an andere weitergibt.

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