“Es gibt buddhistische Belehrungen gegen Anhaftung, in denen der Körper als unrein beschrieben wird. Ist das nicht ein Widerspruch zu den Diamantwegs-Belehrungen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Der Buddha hat Belehrungen für verschiedene Leute gegeben. Für Mönche und Nonnen hat er gelehrt, man soll das Körperliche als unschön ansehen, weil es gefährlich für sie ist, für ihre Geistesruhe. Den Laien hat er gesagt, mit dem Körper kann man Freude bringen, über den Körper kann man mit dem Geist arbeiten. Und auf der höchsten Ebene wird erklärt, dass im Körper 72.000 Energiekanäle sind, alle leuchtend, alle sinnvoll. Den weiblichen Teil sieht man als Lotusblüte und den männlichen Teil als Diamant. Man sieht den ganzen Körper als ein Mandala, einen Kraftkreis aus Licht und Energie.

Wenn man auf der Diamantwegsebene ist und den Körper als unrein ansieht, dann bricht man seine Bände. Wenn man den Körper eines anderen als unschön, abstoßend, unrein, sinnlos oder so ähnlich erlebt, dann tritt man aus dem Kraftkreis der Buddhas aus.

Ich weiß nicht, wie die Mönche das schaffen, vielleicht halten sie es in ihrem Geist getrennt. Aber wenn man auf der Diamantwegsebene ist, wenn man Mahamudra-Belehrungen bekommen hat, und dann den Körper als unrein ansieht, dann wirft man eigentlich alles wieder weg. Ich sage meinen Schülern immer, höchste Wahrheit ist höchste Freude, und man soll die Ebene halten, so gut man kann.

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