Manchmal fühle ich mich plötzlich sehr müde, obwohl ich eigentlich noch jede Menge zu tun hätte. Woher weiß ich, ob das ein echtes körperliches Bedürfnis nach Schlaf ist, oder ob es nur ein Trip ist, eine Reinigung oder einfach eine schlechte Gewohnheit?

Die Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das bestimmst du selbst durch deine Einstellung. Wenn du etwas Sinnvolles tun möchtest und an deinen Körper denkst als ein Werkzeug, um es tun zu können, aber zur selben Zeit diesen Riesendruck im Kopf oder vielleicht ein bisschen Grippe hast oder ein paar Nächte nicht geschlafen hast, dann ist es überhaupt kein Trip, dich kurz hinzulegen. Entscheidend ist die Einstellung, ganz schnell wieder etwas für andere machen zu können. Wenn du „schlafen“ dann als eine Art Medizin nimmst, ist das gut und natürlich.

Auf der anderen Seite, wenn du mit Schwierigem zu tun hast oder mit jemandem Probleme hast und nicht reden willst und dann fünf Schlaftabletten nimmst und das Kissen über den Kopf ziehst und für vierundzwanzig Stunden weg bist, dann war das nicht so gut.

Ich glaube, die Probleme, die der Körper hat, hängen mit Material zusammen, das der Geist nicht verdauen kann. Wenn man im Geist alle möglichen Schwierigkeiten hat, schiebt man sie mit der Zeit in den Körper und dann geht es dem Körper nicht gut. Wenn man das tut, was einem gefällt und was man für sinnvoll hält, dann kann der Körper ganz viel tragen und ganz viel tun. Prüft Euch mal selbst: Wie ist Euer Lustpegel? Seit ihr eher auf der Lustseite oder auf der Unlustseite? Ist man auf der Lustseite, dann denkt man: ,,Okay, der Körper ist eine Maschine und muss ab und zu ruhen’’, und dann tut man, was nötig ist. Aber ist man auf der Unlustseite, dann gibt man sich selbst besser einen breiten Tritt, bis man was bringt.

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