Ich kenne eine Frau, die öfters von etwas träumt, was später tatsächlich passiert. Leider sind es immer negative Dinge, und sie ist ziemlich verunsichert deswegen.

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das ist auch schwierig. Diese geistigen Fähigkeiten sind Zeichen dafür, dass bestimmte Stellen im Spiegel des Geistes klar geworden sind. Es kann aber auch bedeuten, dass man eine sehr, sehr hohe Ebene in der beruhigenden Meditation, also Shine oder Shamata, erreicht hat.

Wenn man diese klaren Träume kurz vor dem Aufwachen hat, denn da liegen diese Zukunftsträume, dann ist man in der Kassandra-Rolle, die keiner mag. Kassandra sagte: "Die Griechen kommen nach Troja rein, passt auf mit diesem Pferd". Aber die Trojaner lachten nur. Und dann sind plötzlich Pferd und Griechen in der Stadt. Das ist schon schwierig.
Sie sollte versuchen beim Einschlafen zu denken: "Mag es allen Wesen, von denen ich träume, richtig gut gehen", das dann auch möglichst in den Traumvorgang einbauen und ein paar Mantras sagen. So kann sie vielleicht sogar etwas von ihren Leiden abbauen und irgendetwas Karmisches auflösen. Denn wenn man hingeht und den Leuten sagt: "Pass auf! Mach keinen Autounfall heute!" – nehmen sie die ersten Male vielleicht die Straßenbahn, aber dann hören sie irgendwann gar nicht mehr zu. Es ist kein Segen, das zu können. Vor allem, wenn man ein paar Mal danebenschießt, und das tun sogar die besten Propheten. Und am Ende verwirrt man die Leute nur und sie sind auch noch sauer auf einen. Also, gute Wünsche rein und die Situation damit umkehren. Das wäre mein Rat.

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