Gibt es bestimmte Traumtechniken, die man verwenden kann?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wir haben tatsächlich eine Meditation, die es uns erlaubt, den Tiefschlaf zu nutzen. Wir haben auch Meditationen für den Traumzustand. Aber die sind ein bisschen gefährlich, weil sie mit dem Halszentrum arbeiten und im Hals liegen sehr gemischte Energien. Wenn man das verkehrt macht, dann fängt man an, ziemlich scharf und bissig zu reden.

Aber die Tiefschlafmeditation arbeitet mit dem Herzzentrum und damit kann man keine Fehler machen, denn das ist rund und in der Mitte. Es verträgt sehr viel, ist unerschütterlich, richtig solide und stark. Für den Tiefschlaf gibt es eine Meditation, die heißt "Klare Licht Meditation". Allerdings sollte man möglichst Zuflucht haben, bevor man sie macht.
In dieser Meditation lernst du, immer bewusster und fähiger zu werden, das Gefühl von Traum in den Tag mit rüberzunehmen. Das schützt dich sehr sehr gut! Die Übertragung für diese Meditation habe ich selbst vom 16. Karmapa bekommen, sie kommt aber vom 15. Karmapa. Mit dieser Praxis kannst du lernen, während der Nacht im klaren Licht zu verweilen und dich darin Zuhause zu fühlen. Diese Meditation machst du vor dem Einschlafen. Wach zu sein vor dem Einschlafen und wach zu sein beim Liegen, das ist einfach; beides kann man lernen. Aber in dem Augenblick klar zu bleiben, wo das Bewusstsein vom Wachsein in den Schlaf rübergeht, das ist der schwierige Punkt. Aber das brauchst du auch nicht unbedingt.
Wenn du am nächsten Tag allerdings an einer Maschine stehst und du willst gerne alle zehn Finger wieder mit nach Hause nehmen, dann darfst du die „Klare Licht Meditation“ nicht zu oft machen. In Tibet, wo man oft ganz weit durch die Gegend gelaufen ist, mit einem Pferd vor sich, da konnte man sich das eher erlauben. Vielleicht einmal in der Woche: dann völlig im Licht baden – aber sonst schon genau bleiben.

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