Einerseits soll man tun, was vor der Nase liegt. Andererseits ist es doch auch wichtig, langfristig zu denken, oder nicht?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Als Buddhist hast du viel bessere Möglichkeiten, zu wählen was den Wesen auf Dauer nutzt, als die meisten anderen Leute. Weil du aus einem Zustand ohne Angst und Anhaftung, frei und mit einer weiten Sicht entscheidest.

Die meisten Menschen verhalten sich ja wie die amerikanische Industrie: Die haben kaum das Geld in die Fabrik investiert, da wollen sie es schon wieder raushaben. Die Klügeren sind wie die deutsche oder japanische Industrie: Man investiert, das wächst, die Investition bleibt und am Ende bekommt man ganz viel heraus.
Mit der buddhistischen Übersicht kannst du überblicken was sich bis Sommer gut anfühlt, und was später gut sein wird, wenn du 60 bist und immer noch viel für andere tun willst.
Gerade jetzt ist für dich sehr wichtig, dass du deinen Geist in allen Zuständen und Extremen und Erlebnissen, in allem was geschieht, so gut wie möglich beobachtest und daraus lernst. Jetzt, wo du frei bist, das alles durchmachen. Später, wenn der Körper mehr fordert, dann sollst du möglichst angenehme Bedingungen haben, aus denen heraus du arbeiten kannst. Es geht nicht darum bürgerlich zu werden, sondern immer so nützlich wie möglich zu sein.
Jedes Mal, wenn du etwas durchgemacht und gelernt hast, werden die Leute zu dir kommen, die genau das lernen müssen, was du eben gelernt hast! Und wenn du das merkst, dann wirst du sogar doppelt so viel lernen und machen wollen, denn damit kannst du den Wesen besser nutzen.

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