Stimmt es, dass der Zorn das schlimmste aller Störgefühle ist?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
In erster Linie ist Zorn der größte Feind unserer Entwicklung. Wenn man zornig ist, macht man alles kaputt. Die Freude, die guten Gefühle, die man hat, alles macht man kaputt.

Eigentlich ist Zorn ein Eingeständnis von Schwäche. So sieht man es wenigstens in Skandinavien, meiner Heimat. Wenn man zornig wird, hat man schon versagt. Dann hat man die Situation nicht beherrscht.
Aber es bedeutet nicht, dass man nicht kraftvoll handeln soll! Kraftvolles Handeln ist wichtig. Aber man darf dabei nicht zornig sein. Man kann alles Mögliche tun, solange man das Bestmögliche tut und so wenig Leid wie möglich in die Welt bringt. Mit dieser Einstellung kann man auch als Buddhist Soldat werden. Ich selber würde auch durchgreifen, wenn jemand einer guten Sache im Weg steht, aber es wäre ohne Zorn. Es geht um das Gefühl, mit dem man eine Sache durchführt. Ein Arzt, der einen Patienten nicht operiert, weil es weh tut, ist kein guter Arzt.

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