Gibt’s im Buddhismus auch eine Art Teufel, also etwas absolut Böses ?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wir haben im Buddhismus kein Prinzip des letztendlich Bösen wie diesen Herrn, der nach Schwefel riecht und Hufe hat und mit Hörnern herumläuft. Wir sind uns sicher, dass etwas völlig Negatives sich selbst zerstören müsste, da die Energie, die man rausschickt, irgendwann immer auf einen selbst zurückfällt.

Die Zweiheit, die Dualität im Buddhismus liegt nicht zwischen Gut und Böse, sondern zwischen Klug und Dumm. Alle Wesen wollen Glück haben und Leid vermeiden, aber der Dumme greift in die Nesseln oder die fleischfressenden Pflanzen, und der Kluge greift in die schönen Blumen und nimmt die mit.
Weil diese Sichtweise das ganze Drama rausnimmt und weil Buddha kein strafender, richtender, urteilender oder schöpfender Gott ist, ist der Buddhismus sehr entspannt auf der Ebene der Ethik.
Buddha sagt uns, was sich lohnt und was sich nicht lohnt, und wir bestimmen dann selbst, ob wir dem folgen wollen oder nicht. Und wenn wir es nicht wollen, dann denkt er nicht, dass es ist, weil wir böse sind, sondern weil wir verwirrt sind oder in unseren Gewohnheiten gefangen. Wenn wir dann ein paarmal den Kopf gegen die Wand geknallt haben und entdeckt haben, dass sich sowas nicht lohnt, dann denken wir „Hör mal, was hat Buddha nochmal gesagt?“ und wir kommen zurück und er lehrt es uns wieder mit genau derselben guten Laune.
Das ganze Enge, der Druck, die Sünden, das gibt’s bei uns gar nicht. Es geht bei uns nicht um Götter und Teufel, für uns ist das alles Disneyland. Wir sind interessiert an dem Raum, in dem sie entstehen, in dem sie spielen, erkannt werden und wo sie sich auch wieder auflösen.
Wir raten, Dinge zu tun, denken und sagen, die den Wesen nutzen und wir raten, mit dem aufzuhören, was den Wesen Leid bringt.

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