“Manchmal muss man sich doch in der Beziehung auch mal abgrenzen – oder nicht?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Nein, das denke ich nicht. Aber man muss dafür sorgen, dass man den anderen für alles liebt – für seine Intelligenz, seine Fähigkeiten, seine Kraft, sein Wissen etc. Nicht nur für eine Sache. Wenn man auf diese Weise eine volle Rolle einnimmt, dann muss man sich auch nicht abgrenzen. Wird einem allerdings nur ein kleiner Spielraum geboten, dann muss man sich abgrenzen und dem anderen z.B. zu verstehen geben, dass man nicht sein Diener, seine Mutter oder ähnliches ist.

Jede Verbindung basiert ja auf altem Karma und sowohl gute als auch schlechte gemeinsame Taten stellen starke Verbindungen her. In der aktuellen Verbindung wird das Positive oder Negative, was man früher zusammen getan hat als angenehme oder unangenehme Erfahrung gemeinsam erlebt werden. Karma ist sehr stark und teilweise kommen die Leute daher nicht voneinander los. Wenn einer der Partner sehr schwierig ist und überhaupt nicht bereit ist, sich zu ändern, und der andere leidet darunter, dann versuche ich schon, sie dazu zu bewegen, auseinander zu gehen.

Besser ein Leben ruiniert als zwei. Gerade in der westlichen Welt, in der man einen Sozialstaat hat und nicht abhängig vom Anderen ist. Es geht ja darum, dass man das Beste tut, was man kann. Dass man den Wesen und sich selber so gut nützt, wie es irgendwie möglich ist.

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