Kannst du was über die Bedeutung von Geld sagen?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Geld ist eine Form von Energie, etwas womit man arbeiten kann. Ich selbst bin Jahrgang 1941, also Kriegsgeneration und ich erinnere mich heute noch an mein erstes Stück Weißbrot. Mein Umgang mit Geld ist natürlich geprägt durch meine Kindheit und durch die Nachkriegszeit. Ich bin in Geldangelegenheiten eher konservativ. Daher rate ich allen meinen Schülern, niemals Schulden zu machen. Die Tibeter sagen, dass wer mit Schulden stirbt, als Pferd wiedergeboren wird. Und all die früheren Gläubiger reiten dann auf einem herum und behandeln einen nicht gut…

Hat man die Lage gründlich gecheckt, so kann man schon auf Risiko gehen und etwas wagen. Wichtig ist nur, dass man niemals so schwach da steht, dass man sich selbst nicht ernähren kann und von anderen abhängig ist. Die Freiheit liegt ja darin, die täglichen Bedürfnisse klein zu halten, denn je weniger man brauchst, desto mehr Überschuss hat man für andere. Braucht man ein teures Haus, einen teuren Mercedes und teure Kleidung, dann muss man schon wirklich viel aufwenden, um noch etwas zu finden, das sich besonders anfühlt. Fährt man dagegen auch gerne Gebrauchtwagen, kauft seine Kleidung im „Second Hand-Shop“, kann sich auch aus dem Supermarkt ernähren oder schläft mal im Auto anstatt ins Hotel zu gehen, dann bleibt noch etwas übrig für andere.

Jeder hat natürlich Punkte, die einem besonders wichtig sind. Bei mir selbst ist das schnelle Fortbewegung mit Auto und Motorrad. Wenn man sich ein paar Wünsche erfüllt, die einem sehr wichtig sind, kommt man ganz leicht in einen Überschusszustand und kann alles Mögliche tun. Das ist mein Rat. Dicker Verbraucher zu werden ist echt kein Ziel, das kann ich euch sagen. Man kommt nur unter Snobs, unter schwierige Leute und langweilt sich die ganze Zeit.

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