,,Wir haben einen Bauernhof und halten da auch Tiere. Ich liebe die Tiere und gehe sehr gut mit ihnen um. Aber ich muss dann irgendwann die Entscheidung treffen: ,Du wirst jetzt geschlachtet und von mir oder anderen Leuten gegessen.’ Manchmal schlachten wir auch selber. Wie wirkt sich das auf mein Karma aus?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:

Das ist schon eine schwierige Lage. Wenn Buddha vom Nicht-Töten spricht, dann bedeutet es hauptsächlich, keinen Menschen zu töten. Tatsächlich hatte zu Buddhas Zeit fast jeder einen Hof und die Leute haben natürlich auch geschlachtet.

Es kommen auch Leute zu mir, die haben diese Kakerlaken. Die sind zwar nicht gefährlich, aber schon ein bißchen unangenehm. Und da sage ich auch, das ist eine Ebene, wo man nicht alles richtig machen kann. Aber man kann versuchen, irgendwie das Beste zu machen und was ich immer sage, ist: Laß das professionell erledigen! Tu es nicht selber! Ich sage immer, irgendeiner macht das als Beruf und er hat schon so viele Wesen umgebracht, dass ein paar mehr kaum noch zählen. Sein Karma ändert sich kaum noch dadurch, aber wenn irgendein empfindsamer Buddhist sowas machen soll, steht da mit Blut bis zum Ärmel und die armen Tiere zittern, er sieht sie umkippen und sterben, dann wirkt das viel, viel stärker.

So, ich würde immer sagen, professionell erledigen lassen und dann hinterher Mantras machen, und sich nicht in etwas reinmischen, wo man nicht hingehört!

Ich würde das einem überlassen in der Nähe, der das Wissen hat, welche Kälber oder welche Tiere wann unters Messer kommen sollen und dann hältst Du Dich da heraus. Mache damit so wenig wie möglich, übertrag das an Leute, die das sowieso tun.

Das wäre wirklich mein Rat und das ist weder feige noch falsch, das ist einfach gefühlsökonomisch richtig.

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