“Ich muss für meinen Lebensunterhalt arbeiten. Was kann ich tun, um diese Zeit möglichst sinnvoll zu nutzen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Hier würde ich langfristig denken. Mit der Einstellung, dass dies, was ich denke, sage und tue, den Wesen langfristig nutzt, ist die Zeit gut verwendet. Vor allem würde ich versuchen, in allem, was geschieht, den Geschmack von Befreiung und Erleuchtung zu halten und wünschen, dass die Leute sich dadurch entfalten und weiterkommen. Wenn man denkt, dass dies, was man tut, den Wesen auf lange Sicht nutzt, ihnen Freude, Sinn, Überschuss oder freie Zeit für geistige Entwicklung bringen wird, ist es gut.

Sonst bleibt es nur das übliche Hin und Her und die Weise, in der man selbst überleben kann. Das ist der Grund dafür, dass so viele von uns Ärzte, Heilpraktiker und Masseure werden. Wer mit den Menschen selbst arbeitet, hat sofort und unmittelbar die Erfahrung: „Das nutzt den Leuten!“
Andere von uns haben eine Arbeit, wo die Wirkung nicht sofort zu erkennen ist, vielleicht Bücher drucken oder ähnliches. Hier hilft die Einstellung, dass dies den Menschen später helfen wird. Wenn wir einer überwiegend mechanischen Tätigkeit nachgehen, können wir einfach denken, dass wir in dieser Zeit unseren Geist beobachten können.

Mit der Einstellung, dass wir unserer Arbeit nachgehen, um uns später in unserer Freizeit geistig zu entwickeln, kommen wir gut weiter. Letztlich hat jeder Augenblick, der dazu verwendet wird, den eigenen Geist zu beobachten, tiefen Sinn.

Man kann im übrigen körperliche Arbeit mindestens so gut nutzen, wie eine Arbeit am Schreibtisch. Denn wer mit seinem Körper arbeitet, kann die Zeit nutzen, um Mantras zu sagen, einen Buddha über dem Kopf halten oder Energie und gute Wünsche zu allen Wesen schicken. Diejenigen, die sich dagegen wirklich konzentrieren und sich vielleicht sogar mit Dingen abgeben müssen, die ihnen unangenehm sind, verkaufen für diese Zeit ihre Bewusstheit und können so manchmal auch eine schwierige Zeit haben.

Doch in allem, was geschieht, kann man das Bewusstsein halten und beobachten, wie der Geist reagiert. Stellt man den Beobachter über alles, was geschieht, versucht man sich dem Erleber, der all diese Dinge erlebt, gewahr zu sein, hat man nur Nutzen.

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