Ich komme finanziell nie auf einen grünen Zweig, egal was ich mache. Wie komme ich da raus?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Hier muss man zunächst einmal die äußerliche Lage genau anschauen. Man fragt sich  „Bin ich überhaupt an einer Stelle, wo man Geld verdienen kann?“Was liegt im Trend? Wo bewegt sich das Geld hin?“ Das ist das Erste. Hat man festgestellt, dass man an einer Stelle ist, die im Abwärtstrend ist, so sollte man sich umschauen und versuchen einen neuen Weg zu gehen. Wichtig ist jedoch, auch die innere Ebene zu erkennen: Wie sehr man wirklich etwas anderes will, ob man genügend Interesse für etwas Neues hat.

Interessiert man sich wirklich, so wird man auch bereit sein, hart zu arbeiten und sich etwas aufzubauen. Es läuft ähnlich wie bei den Klimmzügen: Diejenigen, die hinter der Schmerzgrenze liegen, bringen etwas, die bauen Substanz auf. So ist Deutschland nach dem 2. Weltkrieg wieder nach vorne gekommen. Seien es die Trümmerfrauen oder die neuen Unternehmer; die Menschen waren einfach bereit, mehr hineinzugeben, jenseits der Schmerzgrenze zu arbeiten. Sie haben mehr gemacht, als der Durchschnitt und so wurde Deutschland wieder aufgebaut.

Hat man die äußere Lage gründlich analysiert und stimmt auch die innere Einstellung, so kann es manchmal dennoch vorkommen, dass man eine längere Durststrecke erlebt und das Tal tiefer und weiter ist als man angenommen hat. Dies mag daran liegen, dass man in früheren Leben vielleicht einige Pferde geklaut hat oder sonstwas Schwieriges getan hat. Dann macht man einfach das Beste aus dem, was in der eigenen Reichweite liegt. Anders ausgedrückt: „Wenn man nicht die haben kann, die man liebt, so sollte man die lieben, die man haben kann!“ Das bedeutet, nichts zu erzwingen, sondern sich vorübergehend materiell einzuschränken. Sich eine kleinere Wohnung zu suchen, ein preiswertes gebrauchtes Auto zu fahren und vielleicht nur halbtags arbeiten zu gehen.

In dieser Zeit kann man dann, anstelle sich auf einer äußeren, materiellen Ebene zu entwickeln, eine innere Entwicklung beginnen und die Freuden so von innen her holen, die andere im „Außen“ suchen. Auf diese Weise entwickelt man sich weiter. Wenn dann nach ein paar Jahren der Meditation und des Hineingebens der letzte geklaute Gaul bezahlt ist und diese Bedingungen gereinigt wurden, kommt vielleicht die Großzügigkeit an einen Bettler vor den Tempeltoren an die Oberfläche des Speicherbewusstseins und man erlebt wieder eine reiche Phase.

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