“Wie kann man Freunden helfen, die angefangen haben, Drogen zu nehmen und dabei ziemlich überheblich und ausgrenzend geworden sind?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Leuten, die Drogen nehmen, sollte man einfach erklären, dass sie sich zwar subjektiv besser fühlen, aber objektiv schlechter funktionieren. Durch die Wirkung von Drogen lässt die Fähigkeit nach, kritisch zu denken.
Während objektiv ihre Fähigkeiten immer weiter heruntergehen und sie immer weniger schaffen in Schule, Arbeit und Leben, geht ihre Fähigkeit, kritisch zu denken, so schnell runter, dass sie glauben, sie seien gut und würden immer besser.

Das Ego vermeidet Situationen, wo es sich hätte entwickeln können. Man kann immer ganz klar auf die Tatsachen zeigen: Prüfung nicht bestanden, Arbeit nicht geschafft, mit persönlichen Sachen nicht zurechtgekommen.
Man fühlt sich vielleicht gut, aber man ist in einem eigenen Traum drin. Objektiv gesehen geht es demjenigen im Leben nicht besonders gut. Man kann Leuten, die Drogen nehmen, eigentlich erst helfen, wenn sie schon entdeckt haben, dass ihnen die Felle davonschwimmen.

Der Grund, warum wir Leute mit Alkohol und auf Drogen in unseren Zentren nicht nehmen, ist ganz einfach, weil es verschwendete Zeit ist. Denn man redet ja nicht mit den Leuten, man redet mit der Droge.
Kommt einer auf Heroin herein, ist er sentimental. Kommt einer auf Kokain herein, ist er kaltnasig, will alles checken. Kommt einer auf Ecstasy herein, kann er nichts verstehen. Kommt einer auf Amphetaminen rein, dann läuft er dreimal um den Tisch und dann wieder raus. Kommt einer auf Lachkraut herein, sitzt er da und hat viele Gefühle – aber am nächsten Morgen erinnert er sich sowieso an nichts.

Und weil unser Leben so kurz ist und die Zeit so knapp, werden wir sagen, danke, dass du gekommen bist und danke, dass du wieder gehst, und morgen, wenn du verstehen kannst, was wir sagen, dann komme wieder.

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