“Manchmal kommt eine Beziehung nur zustande, weil einer dem anderen ins Schema passt, z.B. eine Vater- oder Mutterfigur darstellt. Wie geht man mit so etwas um, soll man das benennen und analysieren oder darüber hinwegsehen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Sobald wir etwas benennen, machen wir es schon klein. Wenn wir sagen, dies ist so, dann legen wir es fest, wir schließen mit dieser Aussage aus, dass es auch anders sein könnte. Damit nehmen wir der Situation den Raum und berauben sie aller anderen Möglichkeiten. Im Fluss zu bleiben ist das Beste. Mein Rat wäre hier, dass jeder für sich selbst schaut, wie man sich am besten ergänzen, wie man zusammenkommen kann. Analyse ist schon eine gute Sache bei toten Sachen. Wenn man anfängt etwas in Scheiben zu schneiden, um es genau zu untersuchen, so ist die Sache hinterher natürlich auch in Scheiben, also tot.

Eine Beziehung ist aber immer in Bewegung und wir sollten sie nicht so festlegen. Man zielt einfach nach dem, was man erreichen will. Dies bedeutet nicht unehrlich zu sein oder etwas nicht wahrhaben zu wollen. Man gibt in jeder Situation aber einen Vorschuss, einen Raum, dass sich das Beste entwickeln kann. Ich nenne dies „Dynamische Wahrheit“. Ein jeder schaut also mehr auf das, was möglich ist, als auf das, was bereits erreicht wurde. Es ist wie Wasser, das fließt; es ist lebendig!

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