Tag Archive for “Selbstvertrauen”

Wie kann man sein Selbstvertrauen stärken?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Dazu ist es wichtig, die Energie in die Lösung von Schwierigkeiten zu geben, anstatt an die Schwierigkeiten, die man hat, zu denken. Dies gilt auch für Krankheiten, sie gehen nicht besser vorüber, wenn man ständig daran denkt.

Gut ist, in dem Augenblick, in dem die Situation schwierig ist oder eine Krankheit da ist, alle Kraft in das Ziel zu geben, also in die Problemlösung oder in die Genesung. Dein Geist, deine Gedanken, sollten nicht bei den Problemen sein. Dann kommst zu am besten durch und das Karma löst sich auf. Andernfalls ist es nur Dummheit, wenn man nicht gegen etwas kämpft, was zu bekämpfen ist! Löst sich das Karma aber noch nicht auf, dann beobachte, was ist. Tatsache ist ja, dass in dem Augenblick, wo Depressionen oder Krankheiten oder andere  Schwierigkeiten auftauchen, die eigentliche Ursache bereits vorbei ist und dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, wie lange es dauert, bis die Wirkung vorbei ist, bis das negative Karma entfernt ist. Und da soll man tun, was man kann, mit Körper, Rede und Geist!
Nichtbuddhisten versuchen, Schwierigkeiten nach Fähigkeiten zu vermeiden, und stattdessen immer irgendetwas Schönes zu erfahren. Dadurch entstehen die vielen Auf und Nieders im Leben.

Alle Trips, die Du erlebst, sind wie Bilder im Spiegel. Hinter allem, was geschieht, hinter jeder Fratze, hinter jedem Teufel, ist ein klarer Spiegel, und dieser Spiegel ändert sich nicht, und der bist du in deiner Buddhanatur! Versuche also, dich so normal, gut und sinnvoll zu verhalten wie möglich, während du dich auf deinem Weg durch die Schwierigkeiten durcharbeitest – denn alles was du tust wird sehr langfristig wirken und sehr große Kraft haben. Arbeite mit der Einstellung: „Ich bin ein Buddha, der es nur noch nicht erkannt hat.

Ich habe immer ziemlich starke Selbstzweifel, kannst du mir da einen Rat geben?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Die Ursache zu starken Selbstzweifeln liegt in verkehrten Ansichten, also im Denken, im Bewußtsein – als ob man „den Wagen vor das Pferd stellt“. Man sollte Abstand nehmen von der Entweder-oder-Einstellung, wo das Relative, das Bedingte, in die Ebene des Absoluten gehoben wird.

Verstehe, daß höchste Freude gleich höchste Wahrheit ist und daß jeder einen Vorteil hat von all dem Guten, das überall geschieht. Versuche, dich nicht von der Ganzheit getrennt zu fühlen, sondern immer allen Wesen alles Glück zu wünschen. Denn wenn es dir besser geht, geht es auch anderen besser und wenn du besser drauf bist, kannst du auch mehr für andere tun.
Sind die Selbstzweifel intellektueller Art, dann ist es am besten, Mantras zu nutzen. Mantras sind wie ein Ölfilm, auf dem die Störgefühle hin- und herrutschen und dann wegfallen. Mantras schützen deinen Geist vor seinen Neurosen und so können tiefe Erfahrungen und Freuden entstehen.
Schau dich an: Du hast ein Gesicht, zwei Arme, zwei Beine und willst gern Glück haben wie jeder andere auch. Das ist ein vollkommen offenes Spiel. Versuche das Glück zu haben, das möglich ist und was heute nicht geht, ist vielleicht morgen möglich.
Wer denkt, er hat Probleme, sollte jeden Tag für eine Woche eine internationale Zeitung lesen und sich damit auseinandersetzen, was in der Welt geschieht. Z.B. was sich täglich in Afrika zuträgt. Dann relativieren sich die eigenen Schwierigkeiten und verlieren ihr Gewicht.

Was soll man tun, wenn man mit Menschen zusammen ist, die einen klein und unselbständig halten wollen?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn die Leute dich klein und unselbständig halten wollen, werde ein bisschen kraftvoller. Geh ins Bodybuilding, lerne einen Kampfsport, oder verführe sie.

Konfrontiere diese Menschen damit, dass du nicht mehr so klein bist. Sie mögen das zwar nicht, weil die meisten feste Ideen haben, wie man zu sein hat. Sei beharrlich, gehe nicht darauf ein und lebe nach Deinen Vorstellungen weiter. So kann sich mit der Zeit ein gutes Miteinander einpendeln und ihr könnt eure Ideen mischen. Aber lass dich nicht gefangen nehmen. Wenn sich nichts ändert, dann lebe dein Ding weiter.

Um ein Problem zu lösen, muss ich doch erst mal das Problem verstehen. Wieso sagst du immer, der lösungsorientierte Ansatz sei besser als der problemorientierte?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn man sich mit dem identifiziert, was man nicht kann, dann kann man letztendlich auch immer weniger und dadurch wird alles grau und langweilig im Leben. So kommt man in der Welt nicht weiter.

Identifiziert man sich aber mit dem, was man kann und springt in die Aufgaben rein, dann gibt es immer etwas zu tun, man schafft sich eine riesige lebendige Welt.