Antwort von Lama Ole Nydahl:
Nein, das denke ich nicht. Aber man muss dafür sorgen, dass man den anderen für alles liebt – für seine Intelligenz, seine Fähigkeiten, seine Kraft, sein Wissen etc. Nicht nur für eine Sache. Wenn man auf diese Weise eine volle Rolle einnimmt, dann muss man sich auch nicht abgrenzen. Wird einem allerdings nur ein kleiner Spielraum geboten, dann muss man sich abgrenzen und dem anderen z.B. zu verstehen geben, dass man nicht sein Diener, seine Mutter oder ähnliches ist.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ich denke, man sollte sich voll einbringen. Wenn man allerdings lieber nebeneinander her leben will, mit klaren Grenzen, mehr wie in der Beziehung zu Vater oder Mutter oder in einem Bruder-Schwester-Verhältnis, so kann auch dies gut gehen, allerdings gibt es nicht die vollkommene Nähe einer romantischen Beziehung. Daher meine ich, es ist viel spannender, man lässt sich völlig ein, springt sozusagen mit beiden Beinen mitten rein.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Erwartungen gleichen Anhaftungen. Daher soll man sich vorstellen, dass man den anderen so reich und schön wie möglich machen möchte. Man soll sich als freie Menschen sehen sich austauschen, Raum lassen, teilen, von einander lernen und reicher aus der Beziehung gehen und dies wiederum an andere weitergeben können. Man soll dafür sorgen, dass der andere sich entwickeln kann, dass man meditieren kann, nicht eingeengt ist.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
In der heutigen Zeit kann man sich mehr Distanz erlauben als früher, da man nicht mehr zueinander gezwungen wird. Auch ist man nicht so abhängig voneinander wie damals, als es keinen Sozialstaat gab.
Gegen die Distanz hilft, dass man sich vorstellt, dass man so viel Licht wie möglich vom eigenen Herzen in das Herz oder den gesamten Körper des Partners strahlen lässt.