Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das Bedürfnis, andere zu beherrschen, resultiert aus der eigenen Schwäche.
Damit haben wir auch im Buddhismus ein Problem. Keiner wollte die Büroarbeit machen und die finanziellen Dinge überprüfen. Das übernahmen dann Leute, die neu reinkamen und sich speziell von dieser Funktion angezogen fühlten. Es waren oft Leute, die wenig Spaß im Leben hatten und ein bisschen langweilig waren. Aber nach einer Weile wurden sie wegen ihrer Funktion oft selbstherrlich und fingen an, alles umzusortieren und die Anderen herumzukommandieren. Das geht natürlich nicht. Inzwischen haben wir herausgefunden, dass wir das selber erledigen müssen!
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das kommt darauf an, in welcher Rolle man gerade steckt. Jetzt und hier in meiner Rolle wäre es sehr peinlich, Schwäche zu zeigen. Aber es gibt Rollen, in denen man das schon tun kann.
Es gibt vier Tatbereiche: Da gibt es einen milden, befriedenen Bereich, in dem man mitfühlend Schwäche zeigen kann. Dann gibt es einen vermehrenden Bereich, in dem man mit den vorhandenen Möglichkeiten spielt. Da sollte man eher draußen sein und sich nicht so sehr mit Schwächen abgeben.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Faulheit entsteht aus Dummheit. Sie ist sehr, sehr schwierig. Faulheit übersieht, was das Leben an Reichtum und Möglichkeiten bietet. Ich empfehle immer, eine Wohnung gegenüber vom Friedhof zu mieten. Dann kann man immer wieder überlegen: Mein Platz da drüben ist schon reserviert und was habe ich eigentlich diese Woche getan?
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ja, aber man kann sehr viel wettmachen. Es gibt einige Beispiele dafür, dass starkes Vertrauen eine niedrige intellektuelle Begabung wettgemacht hat.
Es gibt eine Geschichte von einem Mann, der sehr dumm war. Aber er hatte volles Vertrauen zu seiner Frau, die sehr klug war. Sie sagte zu ihm: “Setz dich in den Tempel und mach ganz viele starke Wünsche. Dann streckst du deine Hand aus. In dem Moment, wo dir etwas in die Hand gegeben wird, wirst du etwas verstehen.” Das tat er also. Er streckte die Hand aus und die Frau gab ihm einen Apfel. Dieser Schock hat plötzlich eine Menge intuitives Verständnis geöffnet.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Diese Einordnung sind wir im Westen nicht gewohnt. Wir sind der Ansicht, dass Dummheit etwas mit dem Gehirn zu tun hat, aber im Buddhismus bezieht sich Dummheit auf das Bewusstsein. Auch wenn jemand nicht Shakespeare zitieren oder die Quantenmechanik durchschauen kann, hat er vielleicht doch andere Fähigkeiten wie Intuition, Offenheit und Hingabe, die ihn weit bringen können.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Eifersucht ist ein Trip, auf den man nicht einsteigen sollte. Man behält seine gute Laune, ist freundlich und geht überhaupt nicht auf diesen Trip ein. Man verhält sich wie der Buddha in der folgenden Geschichte. Einmal kam ein Mann zum Buddha, der sich bei ihm über viele Dinge beschwerte, die ihm nicht gefielen. Der Buddha hörte ihm zu, und der Mann beschwerte sich über noch mehr Dinge, die ihm nicht gefielen. Da fragte ihn der Buddha: “Wenn einer ein Geschenk hat, das der andere nicht annehmen möchte, wem gehört das Geschenk?” ”Dem Schenkenden,” antwortete der Mann. Da sagte der Buddha: “Ich will deine ganzen Trips nicht haben, sie gehören dir.”
Meistens ist es ja so, dass solche hochdramatischen Rollen vor einem kleinen, nicht besonders begeisterten Publikum gespielt werden.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Eifersucht hat immer mit etwas Engem, Kleinlichem, Persönlichem zu tun. Man denkt zum Beispiel darüber nach, ob die Freundin jetzt dasselbe mit ihm macht, was sie immer mit mir gemacht hat. Da beißt die Eifersucht. Dann sollte man demjenigen, auf den man eifersüchtig ist, viel von dem wünschen, weswegen man eifersüchtig ist. So viel, dass alles total in die Götterwelten abhebt und völlig über das Persönliche hinausgeht. Du wünscht ihr 500 phantastische Liebhaber und ihm 500 wunderschöne Tanzmädchen. Dann bist du frei. Es geht darum, aus diesen engen, persönlichen Gefühlen herauszukommen.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Neid ist ein sehr spannendes Gefühl. Es ist gut mit ihm zu arbeiten, weil er sehr lange auf etwa demselben Niveau konstant bleiben kann. Ob Neid Nahrung bekommt oder nicht, er kann sich verselbständigen. Wenn man neidisch ist, kann man sich an vieles in der Vergangenheit erinnern und sich vieles in der Zukunft vorstellen. Aber wenn man demjenigen, auf den man neidisch ist, unendlich viel von dem wünscht, worauf man neidisch ist, dann dreht sich dieses enge Gefühl um. Indem man es umkehrt und den Leuten stattdessen Glück wünscht, wird Neid zur Erfahrungsweisheit.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Eifersucht und Neid liegen oft ganz nah beieinander, aber man muss diese Störgefühle unterscheiden und nach ihrer Ursache suchen. Eifersucht kommt von Begierde und Mangel. Man hat das Gefühl, nicht genug zu haben. Man denkt, dass man den anderen braucht. Man muss festhalten und sich absichern, deswegen mag man es nicht, wenn einem die Felle davon schwimmen. Wenn man eine Person mag, und sie geht weg und man hat sie plötzlich nicht mehr: Dann entsteht Eifersucht.