Tag Archive for “Eifersucht Neid Dummheit Schwaeche”

“Was steckt hinter dem Bedürfnis, Macht ausüben zu wollen? Und was kann man dagegen tun?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das Bedürfnis, andere zu beherrschen, resultiert aus der eigenen Schwäche.
Damit haben wir auch im Buddhismus ein Problem. Keiner wollte die Büroarbeit machen und die finanziellen Dinge überprüfen. Das übernahmen dann Leute, die neu reinkamen und sich speziell von dieser Funktion angezogen fühlten. Es waren oft Leute, die wenig Spaß im Leben hatten und ein bisschen langweilig waren. Aber nach einer Weile wurden sie wegen ihrer Funktion oft selbstherrlich und fingen an, alles umzusortieren und die Anderen herumzukommandieren. Das geht natürlich nicht. Inzwischen haben wir herausgefunden, dass wir das selber erledigen müssen!

Wir müssen die Leute, die schon ein ausgefülltes Leben haben, bitten, die Arbeit zu machen, weil die dann kein Ego durch diese Arbeit entwickeln, sondern die Arbeit gut erledigen. Gibt man die Arbeit hingegen an eiserne Langweiler, dann entwickeln sie Stolz auf ihre Funktion und werden schwierig. Auch wenn es schwierig ist, kann man diese Aufgaben nicht abgeben, sonst läuft einem die Kontrolle davon.

Fröhliche Menschen müssen niemanden beherrschen! Wer selbst stark ist, muss nicht auf anderen Leuten sitzen, wer selbst abgesichert ist, muss niemanden beherrschen.
Nur wer tiefgehend unsicher und schwach ist, der baut Hierarchien, der manipuliert andere Leute, hetzt sie gegeneinander auf, baut Pyramiden und setzt sich selbst an die Spitze.
Nur schwache Menschen tun so etwas, die Starken brauchen das nicht.

“Du hast mal gesagt, daß du es peinlich findest, Schwäche zu zeigen. Wie meinst du das?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das kommt darauf an, in welcher Rolle man gerade steckt. Jetzt und hier in meiner Rolle wäre es sehr peinlich, Schwäche zu zeigen. Aber es gibt Rollen, in denen man das schon tun kann.
Es gibt vier Tatbereiche: Da gibt es einen milden, befriedenen Bereich, in dem man mitfühlend Schwäche zeigen kann. Dann gibt es einen vermehrenden Bereich, in dem man mit den vorhandenen Möglichkeiten spielt. Da sollte man eher draußen sein und sich nicht so sehr mit Schwächen abgeben.

Dann gibt es den Bereich, in dem man andere fasziniert, in dem man vielleicht Schwächen interessant machen kann, um mit ihnen zu arbeiten, und um sie dann als Rohstoff für mehr Offenheit und Kraft zu nutzen. Und schließlich gibt es den schützenden Bereich, das ist mein Bereich, und in dem sollte man gar keine Schwächen zeigen. Die Frage ist, was man zu tun hat. In diesem Leben habe ich halt die Schützerrolle, deshalb sollte ich keine Schwächen haben und keine Fehler machen. Ich muss nicht beliebt sein, ich muss nur Recht haben.

“Was kann man gegen Faulheit machen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Faulheit entsteht aus Dummheit. Sie ist sehr, sehr schwierig. Faulheit übersieht, was das Leben an Reichtum und Möglichkeiten bietet. Ich empfehle immer, eine Wohnung gegenüber vom Friedhof zu mieten. Dann kann man immer wieder überlegen: Mein Platz da drüben ist schon reserviert und was habe ich eigentlich diese Woche getan?

“Ist Dummheit nicht auch genetisch bedingt?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ja, aber man kann sehr viel wettmachen. Es gibt einige Beispiele dafür, dass starkes Vertrauen eine niedrige intellektuelle Begabung wettgemacht hat.
Es gibt eine Geschichte von einem Mann, der sehr dumm war. Aber er hatte volles Vertrauen zu seiner Frau, die sehr klug war. Sie sagte zu ihm: “Setz dich in den Tempel und mach ganz viele starke Wünsche. Dann streckst du deine Hand aus. In dem Moment, wo dir etwas in die Hand gegeben wird, wirst du etwas verstehen.” Das tat er also. Er streckte die Hand aus und die Frau gab ihm einen Apfel. Dieser Schock hat plötzlich eine Menge intuitives Verständnis geöffnet.

Eine andere Geschichte aus der Zeit Buddhas handelt von Sayeputras Bruder, der sehr dumm war. Er musste nur vier Zeilen auswendig lernen, um ins Kloster aufgenommen zu werden, aber er konnte sie sich nicht merken. Buddha wollte, dass er ins Kloster ging. Das scheiterte mehrmals, weil er die vier Zeilen nicht auswendig lernen konnte. Schließlich hat ihm Buddha eine ganz einfache Belehrung gegeben: er sollte nur den Hof fegen und dabei immer denken, dass er alle Unwissenheit aus dem Geist wegfegen würde. Und irgendwann wurde er zu einem Arhat. In diesem Fall hat das Vertrauen, der schnelle intuitive Weg, den intellektuellen Weg unnötig gemacht.

Es gibt noch ein Beispiel, das ist eine kurze tibetische Geschichte. Ein alter Mann lebte in Südindien. Dieser Mann war schon richtig alt. Sein tiefster Wunsch war es, den Lehrer Nagarjuna kennenzulernen. Weil Raum gleich Information ist, kam irgendwann Nagarjuna  vorbei. Der alte Mann fragte ihn: „Du bist so weit gereist – hast du von diesem Nagarjuna gehört? Wo ist er? Ich möchte ihn gerne sehen!“ Und der Philosoph hat dann gesagt: „Alter Mann, du hast Glück. Ich bin Nagarjuna.“ Der alte Mann war total glücklich und er sagte: „Ich kann nicht lesen und schreiben, und ich verstehe nicht soviel. Kannst du mir nicht bitte irgendetwas sagen, das ich verstehen kann?“ Nagarjuna gab sich viel Mühe, aber der alte Mann guckte nur und hatte nichts von seiner Belehrung verstanden.

Dann sagte Nagarjuna: „Okay, alter Mann, jetzt tust du das: setz dich hier hin und hämmere Erdknollen kaputt. Stell dir folgende Fragen: Wer ist das, der mit dem Hammer schlägt? Wer hält ihn hoch? Ist es derselbe? Das ist alles, was du tun sollst.” Und nach einiger Zeit merkte der alte Mann: Es gibt ja gar keinen! Das ist ein Arm, das ist ein Rücken, das sind Augen, dann entsteht eine Vorstellung –  aber es gibt ja gar keinen, der irgendetwas macht. Als er gesehen hat, dass alles bedingt war und zusammengesetzt, wurde ihm klar, dass es dann ja auch keinen gab, der leiden konnte. Es gab also gar keine Probleme!

Das ist eine Geschichte, die uns die unterschiedlichen Mittel zeigt, durch die man am Ziel ankommen kann. Am Ende ist der Geist klares Licht und alles strahlt. Wenn man das verstanden hat, ist man am Ziel. Dann erkennt man, dass der Geist ohne Geburt und Tod ist. Dann ist der Rest sowieso ein Geschenk. Man ist spontan und mühelos und man tut, was vor der Nase ist – dann passt es einfach.

“Warum ist Dummheit ein Störgefühl?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Diese Einordnung sind wir im Westen nicht gewohnt. Wir sind der Ansicht, dass Dummheit etwas mit dem Gehirn zu tun hat, aber im Buddhismus bezieht sich Dummheit auf das Bewusstsein. Auch wenn jemand nicht Shakespeare zitieren oder die Quantenmechanik durchschauen kann, hat er vielleicht doch andere Fähigkeiten wie Intuition, Offenheit und Hingabe, die ihn weit bringen können.

Dummheit im Buddhismus ist ein Nicht-Sehenwollen. Es ist nicht ein Etwas, es ist etwas, das man nicht sehen will! Es wird deshalb Störgefühl genannt, weil der Geist eine Hemmung gegenüber seiner vollen Entfaltung hat. Es ist etwas Überpersönliches, dass das volle Licht des Geistes in seinem Strahlen begrenzt. Alle Störgefühle – Zorn, Eifersucht, Begierde, Stolz und Dummheit – werden jenseits vom Persönlich-Moralischen als ein Hindernis gesehen.

“Wie geht man mit der Eifersucht Anderer um?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Eifersucht ist ein Trip, auf den man nicht einsteigen sollte. Man behält seine gute Laune, ist freundlich und geht überhaupt nicht auf diesen Trip ein. Man verhält sich wie der Buddha in der folgenden Geschichte. Einmal kam ein Mann zum Buddha, der sich bei ihm über viele Dinge beschwerte, die ihm nicht gefielen. Der Buddha hörte ihm zu, und der Mann beschwerte sich über noch mehr Dinge, die ihm nicht gefielen. Da fragte ihn der Buddha: “Wenn einer ein Geschenk hat, das der andere nicht annehmen möchte, wem gehört das Geschenk?” ”Dem Schenkenden,” antwortete der Mann. Da sagte der Buddha: “Ich will deine ganzen Trips nicht haben, sie gehören dir.”
Meistens ist es ja so, dass solche hochdramatischen Rollen vor einem kleinen, nicht besonders begeisterten Publikum gespielt werden.

Ich würde versuchen, demjenigen, der eifersüchtig ist, so viel Selbstvertrauen wie möglich zu geben. Man könnte zum Beispiel sagen: “Du bist toll, du schaffst es, du bist voll in Ordnung. Dass ich jetzt eine andere Freundin habe, ist nicht, weil bei dir etwas fehlt, sondern weil auch da eine gute Verbindung besteht. Du verlierst nichts dadurch. Sieh doch, wie schön du bist. Entdecke deinen Reichtum, du bist gar nicht abhängig. Schau mal, was du alles kannst, du musst gar nicht die kleinen Rollen spielen. Dein Leben ist doch voller Reichtum. Sieh, was wir schon teilen und haben.” So würde ich mich verhalten. Groß machen, schön machen. Das ist das Beste.

“Wie löse ich meine Eifersucht auf?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das beste Gegenmittel, das ich gegen Eifersucht und alle Arten von Erwartungen kenne, ist ganz einfach: Du machst Dich selbst unendlich reich und kannst den anderen dadurch alles Glück der Welt geben. Jedes Mal, wenn du an jemanden denkst, von dem du etwas willst, zum Beispiel dass er dich liebt, denke: "Möge er (oder sie) jedes nur erdenkliche Glück haben." Denn wenn du dich selbst reich fühlst und in der Position desjenigen bist, der gibt und der dem anderen Gutes wünscht, dann kommst du auch nie in eine schwierige Situation.

Eine Situation wird schwierig, wenn sie sich klein und beengt anfühlt. Wenn z.B. dein früherer Partner jetzt mit einer Anderen zusammen ist und du denkst: ,,Oh, jetzt macht er mit ihr gerade diese eine Sache, die so wunderbar und speziell ist und die er immer mit mir gemacht hat’’, dann ist das ein Gedanke, der dich einfängt und den du nicht mehr los wirst. Das ist dann so eine beengte Situation. Wünschst man ihm aber 50 Tanzmädchen oder der früheren Partnerin soviel Offiziere mit Schnurrbärten auf Pferden wie sie nur will, wenn man also dem anderen alles in Überfülle wünscht, so ist es nicht mehr persönlich, sondern wird zu einem Disneyland – und auf einmal löst sich das Problem auf. So wird aus einer kleinen, persönlichen Sache etwas sehr Tiefgründiges. Und auf diese Weise kann man sehr schnell wachsen, weil man einen Turboeffekt nutzt.
Auf einmal kommst du aus der Dunkelheit und fängst wirklich an zu strahlen. Du kannst Witze über die Dinge machen, die dir vorher ungeheuer wichtig waren, und ohne Einengung oder Einschränkung damit arbeiten. Das gibt viel Kraft und wirkt äußerst befreiend. Vielleicht hat man dann noch das Glück, in dieser Situation eine Extraportion gute Energie vom Lehrer zu bekommen, der einen in die richtige Richtung schubst, wodurch man schnell den Weg zu seiner eigenen Kraft findet und weitere Fortschritte macht.  Allen Glück zu wünschen, ist wirklich sehr gut.
Wenn der Schmerz der Eifersucht allerdings noch zu stark ist, dann muss man wohl noch ein bisschen lernen. In so einem Fall würde ich mit Mantras anfangen, die wie ein antineurotischer Schutzfilm auf den Geist wirken, so dass die Störgefühle darauf ausrutschen und sich nicht festsetzen können. Einfach Komponenten von Neurosen rausnehmen und dafür Komponenten von Mantras reinlegen. Für jemanden, der erst anfängt mit seinem Geist zu arbeiten, der noch nicht so viel Kraft hat und noch sehr verwundbar ist, sind Mantras ist die erste Maßnahme und der beste Schutz.
Auf der höchsten Ebene benimmt man sich wie ein Buddha, bis man ein Buddha geworden ist. Das bedeutet, man verweilt völlig in der Identifikation mit der Erleuchtung, lässt die Dinge gehen, hält nicht an ihnen fest. Das ist die höchste Ebene.

“Wie kann man Neid nutzen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Neid ist ein sehr spannendes Gefühl. Es ist gut mit ihm zu arbeiten, weil er sehr lange auf etwa demselben Niveau konstant bleiben kann. Ob Neid Nahrung bekommt oder nicht, er kann sich verselbständigen. Wenn man neidisch ist, kann man sich an vieles in der Vergangenheit erinnern und sich vieles in der Zukunft vorstellen. Aber wenn man demjenigen, auf den man neidisch ist, unendlich viel von dem wünscht, worauf man neidisch ist, dann dreht sich dieses enge Gefühl um. Indem man es umkehrt und den Leuten stattdessen Glück wünscht, wird Neid zur Erfahrungsweisheit.

“Sind Eifersucht und Neid dasselbe?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Eifersucht und Neid liegen oft ganz nah beieinander, aber man muss diese Störgefühle unterscheiden und nach ihrer Ursache suchen. Eifersucht kommt von Begierde und Mangel. Man hat das Gefühl, nicht genug zu haben. Man denkt, dass man den anderen braucht. Man muss festhalten und sich absichern, deswegen mag man es nicht, wenn einem die Felle davon schwimmen. Wenn man eine Person mag, und sie geht weg und man hat sie plötzlich nicht mehr: Dann entsteht Eifersucht.

Neid dagegen entsteht nicht aus Anhaftung und Armut, sondern aus Zorn und Widerwillen. Man mag jemanden nicht, deswegen will man nicht, dass es ihm gut geht. Man hat auch nichts mit ihm zu tun, aber wenn es ihm gut geht, dann ist man total zornig. Das ist Neid.

Das Wichtigste im Umgang mit Eifersucht ist, dass man demjenigen, der eifersüchtig ist, das Gefühl gibt, dass man da ist – auch wenn man nicht physisch da ist. Es ist sehr wichtig zu zeigen, dass man die Verbindung, die man miteinander hat, wertschätzt.  Vielleicht ist tatsächlich eine Situation da, in der man nicht so viel körperliche Nähe teilt. Aber wenn klar ist, dass man das, was man miteinander geteilt hat, nicht wegwirft und mit Füßen tritt, sondern dass man das ehrt und sich darüber freut, kann man diesen Überschuss in die Welt strahlen. Wenn man so mit Eifersucht umgeht, löst sie sich auf. Dann hat man Reichtum geteilt, und der eine gibt ihn hier weiter und der andere gibt ihn dort weiter. Also immer wieder auf den Reichtum zurückkommen, auf die Sichtweise: “Jetzt teilen wir etwas Reiches, wir geben es an alle Wesen überall weiter. Der Raum verbindet uns, er hält uns zusammen und wir sind dadurch eine Einheit.” Wenn man so denkt, dann fällt alles Kleinliche weg.

Denn Raum ist keine Trennung. Raum trennt uns nicht, Raum verbindet uns. Raum ist nicht Abstand, Raum ist ein Behälter. Jetzt sind vielleicht zwei Meter zwischen uns hier, wir fühlen das als eine Trennung, als etwas, das uns nicht gefällt, aber tatsächlich liegen bei genauer Betrachtung hinter uns unzählige Kilometer.
Das ganze Gefühl von Raum müsste geändert werden. .Wir sind daran gewöhnt, das Bewusstsein immer nur durch die Augen gehen zu lassen und nur so die Welt zu erleben. Aber solange man nur durch die Augen erlebt und sich auf das Gesehene fixiert, erlebt man Trennung. In sehr positiver Weise lässt sich dieses Gefühl des Getrenntseins, von “Ich hier” und “Du da” ändern, indem man sich in alle Richtungen für den Raum öffnet. Man kann es üben, dass man auch vom Herzen oder von allen fünf Energiezentren aus gleichzeitig in jede Richtung bewusst ist und so die Welt wahrnimmt.

Zum Beispiel, wenn man versucht, durch den Rücken wahrzunehmen: man fühlt das Kissen, die Wand des Zimmers, die Hausmauer, die Straße, die Autos, die dort stehen, den Stadtteil, die Stadt, das Land, die Welt. Man sollte auf diese Weise versuchen, durch alle Energiezentren im Körper alles auszuprobieren, dadurch mehr und mehr ein Raumgefühl zu bekommen, und das Gefühl von Zentrum und Grenze sich mehr und mehr auflösen zu lassen, bis einfach nur ein Zustand des Verweilens da ist, der total offen und raumähnlich ist. Das entfernt Eifersucht! 
Das ist übrigens Teil einer ganzen Meditation, aber man kann das auch so üben. Sowieso: Meditation bringt es. Meditation entfernt die Trennung zwischen mir und dir, zwischen hier und da. Und dann ist man sowieso zusammen im süßen Zustand der Verschmelzung, im tollen Zustand des Verweilens. Im Geist selbst hat man einen besseren und reicheren Zustand als mit einem Liebhaber auf jeder Seite. Das ist ein Zustand, der umfassender als alles andere. Meditation is King!

Also, wenn jemand mit Eifersucht Probleme hat, kann man wirklich sagen “Du hast keine Ahnung, wie reich du bist. Du kannst bei mir nur etwas Schönes sehen, weil du etwas Schönes in dir selbst hast. Ich bin nur ein Spiegel für dich, ich zeige dir nur deine eigene Schönheit, deine eigene Buddha-Natur, deine eigenen Fähigkeiten. Hättest du das alles nicht in dir, würdest du es auch gar nicht in mir sehen können!” Aber es ist natürlich schwierig, insbesondere wenn der andere sich nicht entwickeln will, sondern den Wunsch nach einer engen, exklusiven Beziehung hat und große Erwartungen für sein eigenes Glück an den Partner richtet. So jemandem ist schwer zu helfen und man kann ihm nicht jede Schwierigkeit ersparen.

Allerdings ist der Vater der Entwicklung sehr oft der Schmerz. Erst wenn die üblichen Spiele und Gewohnheiten nicht mehr funktionieren und man erlebt, dass etwas weh tut, wieder und wieder, dann kommt man auf die Idee, sich vielleicht ein bisschen ändern zu müssen. Sonst ist der Geist wie ein dickes, faules Pferd, das lieber liegt oder rumsteht und nichts bringt. Generell kann man sagen, solange irgendetwas weh tun kann, lernen wir noch. Denn alles, was wir erleben, ist nur eine Spiegelung von uns selbst. Wenn nichts mehr weh tut, haben wir es geschafft. So einfach ist das. Das könnt ihr selbst in eurem Leben nachprüfen. Sei es in Beziehungen oder in anderen Lebenssituationen: in dem Maße, wie ihr Kraft genug in euch selber findet und nichts braucht, wie ihr cool und fröhlich seid und Überschuss für anderes habt, egal was geschieht, habt ihr es geschafft. In dem Maße, in dem ihr immer wieder etwas braucht, irgendetwas festhalten oder wegschieben wollt, euch beweisen, erklären oder entschuldigen müsst, in dem Maße seid ihr verwundbar.