Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ich würde sagen, es kommt darauf an. Wenn man sich wirklich liebt und wenn man wirklich wünscht, dass es dem anderen gut gehen soll, dann ist es sehr gut möglich, dass sie meditiert und er unterstützt sie, und sie haben beide Vorteile davon. So lange keine Eifersucht entsteht, weil der Mann plötzlich denkt: ,,Sie entwickelt sich schneller als ich’’ oder ,,Sie denkt mehr an den Lama als an mich’’. Oder die Frau denkt: Ich sitz hier zuhause mit den Kindern und er hat woanders großartige geistige Erfahrungen’’. Da muss man wirklich Freunde sein und zusammen stehen.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ich kenne kaum eine solche Verbindung, die gut gegangen ist. Es ist besser, wenn man sich ein bisschen ähnlich ist. Die moderne Psychologie sagt uns ja, dass man nur etwa 20% von dem, was man glaubt wahrzunehmen, wirklich wahrnimmt. Und die restlichen 80% werden ergänzt aus dem eigenen Erfahrungshintergrund, aber auch sehr stark aus dem kulturellen Hintergrund. Vermutlich gilt das eher für Nicht-Meditierende, aber dennoch leben wir alle ein Stück weit in einem Film.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Versuch zu sehen, aus welcher Beziehung etwas Gutes entsteht. Sind deine Freunde froh, wenn sie Euch zusammen sehen? Kommt ihr zusammen ganz natürlich auf Ideen, die irgendwie nützlich sind für andere? Wenn es sich natürlich und entspannt anfühlt, dann versuch, den Weg zu gehen. Wenn die Dinge zu kompliziert sind und wenn man merkt, dass das Umfeld auf die Verbindung angespannt reagiert, da ist man vielleicht wie einer, der an einer Droge hängt.
Es kann zwar sein, dass die Anziehungskraft stärker ist, wenn man sehr verschieden ist. Aber auf lange Sicht kommt nichts Gutes dabei heraus. Es ist schon besser, wenn man eine gemeinsame Basis hat.
Ja, wenn du den Hasen lang genug brüllen lehrst, dann kommt er irgendwann mal als Löwe vorbei. Man muss sich nicht selber begrenzen. Wer immer wieder sagt: "Ich kann nur dies, und das kann ich nicht. Hier ist meine Grenze!", der blockiert sich selbst. Auch wenn man etwas nicht hundertprozentig machen kann, dann behält man den Draufgängergeist und sagt sich: ,,Was ich heute nicht wage, wage ich halt morgen". Das arbeitet auf unterbewussten Ebenen und eines Tages, wenn die Sache reif ist, hat man sie voll in den Händen!
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Dann geht man in die Kneipe und begegnet vielleicht einem guten, vielleicht einem zweifelhaften Freund. Es kommt darauf an, ob das Karma passend ist dafür, etwas Beständiges und Dauerhaftes zu finden. Wenn es nicht so ist, dann macht man sich nur Schwierigkeiten, wenn man nach Beziehungen sucht. Es ist wirklich Karma. Es gibt Frauen, die sind vielleicht nicht die schönsten, aber sie haben einen Haufen Männer um sich die ganze Zeit. Und es gibt andere, die sind wahnsinnig schön, aber die werden echt nicht bemerkt. Das wird sehr stark vom Karma bestimmt.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Es ist tatsächlich so wie in einem Film, den wir vorgestern sahen: Nichts macht so sexy wie Erfolg. Wenn man dagegen zu offensichtlich unter Erfolgsdruck steht, dann spüren das die Leute. Dann denken sie, ich bin eine Nacht mit ihm zusammen und die nächsten fünf Wochen habe ich ihn dann vielleicht am Telefon und kriege ihn nicht mehr los. Es ist besser, wenn man unkompliziert rüberkommt und so wirkt, als hätte man sowieso genug gute Angebote.