Tag Archive for “Schwierigen Leuten helfen”

“Was kann man für Menschen tun, die sehr verwirrt sind oder sogar unter Psychosen leiden?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
In einem solchen Fall würde ich mit Mantras arbeiten. Ihnen ein gutes, dickes Om Mani Peme Hung geben und Sie daran gewöhnen, das zu verwenden.
Ein Mantra wirkt wie ein Ölschutzfilm. Da wo die Störungen üblicherweise Gewohnheiten und Kratzer machen und der Geist leicht wieder hineinfällt, schwappen die Störungen beim Gebrauch eines Mantras hin und her und fallen dann ab, ohne diese Spuren, diese Gewohnheiten entstehen zu lassen.

Ein dickes Om Mani Peme Hung für alle wäre gut. Du musst nur aufpassen, dass sie nicht glauben, du willst sie zwangsbekehren.

“Wenn man merkt, dass ein Freund in einer Phantasiewelt lebt: Soll man ihm seine Illusionen zerstören oder ist das gefährlich?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Würde er aus dem Fenster springen, wenn du sie zerstörst? Gut, dann hast du keinen Freund, sondern einen Patienten.
Du musst checken:  Schaffen es die Leute, wenn du ihnen sagst, was wirklich los ist? Oder schaffen sie es nicht?
Schaffen sie es, dann kannst du Ihre Illusionen zerstören. Danach solltest du freundlich bleiben und Abstand halten, schützend da sein und gute Wünsche machen.

Wenn du nichts sagen kannst, dann kannst du nur gute Wünsche machen am Ende. Du versuchst ein, zwei Mal ihnen zu helfen. Geht das nicht, bist du einfach nett  und machst gute Wünsche.

“Wenn man Leuten helfen will, die in Schwierigkeiten stecken, aber man sieht keine Fortschritte: Wie lange soll man Geduld aufbringen und wann soll man sich lieber rausziehen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn die Leute lernbereit sind, kann man sie halten. Wenn sie nur einen Ort suchen, um  ihre schlechten Angewohnheiten auszuleben, dann muss man sie stoppen. Man checkt einfach, ob die Leute sich entwickeln und weiterkommen durch den Freiraum, den man ihnen schafft, oder ob sie es nur dazu verwenden, schlechte Gewohnheiten sich verkrusten zu lassen. Idiot compassion, also Dummkopfmitgefühl, ist wo man den Leuten erlaubt, negative oder dumme Strukturen zu verstärken. Das ist überhaupt nicht gut für sie.

Tatsächlich ist das alte deutsche Wort: "Was mich nicht umbringt macht mich nur härter’’ das Beste.
Die härteste Schule ist die beste und die Sachen durchzuhalten ist schon der beste und schnellste Weg.

“Was kann man nicht-buddhistischen Freunden raten, wenn man merkt, dass sie sich zu sehr in Störgefühle reinhängen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Es gibt einen arabischen Spruch, den kann man in ganz groben Verhältnissen verwenden:
Und da ist einer, der sagte, ich weinte, weil ich keine Schuhe hatte und dann sah ich einen, der keine Füße hatte.

Man kann zeigen, wie vielen anderen es viel, viel schlechter geht als einem selbst.
Dann mögen sie dich vielleicht nicht mehr, so wirst du eventuell schwierige Leute los, aber wenn es ihnen besser geht, kommen sie wieder und mögen dich wieder. Dann mögen sie dich vielleicht deiner Ehrlichkeit wegen.

“Wenn jemand zu einem kommt und von seinen Problemen erzählen will, wie kann man vermeiden, dass man da reingezogen wird und der schlechte Trip an einem hängen bleibt?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Nichts annehmen. Eine höhere Freudenebene ist eine höhere Wahrheitsebene!
Ein störendes Gefühl ist an sich etwas Schlechtes, etwas Leidbringendes, ein Programmfehler.
Du legst deinen Trip auf sie.

Das nennt man Realismus. Du machst die guten Dinge wirklich.
Wenn du tatsächlich denkst, der Trip ist wirklich und du wünschst darauf einzugehen, dann trage ihn wenigstens nicht mit dir herum! Dann sitz da mit dem Lama  im Herzen, der lacht und Licht auf die Leute strahlt. Dann können sie ihre Geschichten erzählen, bis es zuviel wird und sie wieder weg gehen! Du machst einen Fehler, wenn du Leute in ihren schlechten Trips bestärkst! Das wäre missverstandenes Bodhisattvatum. Richtiges Bodhisattvatum ist, den Leuten zu sagen: "Es ist alles ein Traum!" "Es ist nicht wichtig!" und "Früher war es nicht da, später ist es weg!"

“Wie kann man jemand helfen, der ständig deprimiert ist?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Zuerst zeigt man ihm, dass sein Trip nicht interessant ist. Dass der Trip geduldet wird, weil man befreundet ist, aber dass er in keiner Weise interessant ist. Dass er dadurch nichts gewinnt und auch nicht interessanter wird. Dann macht man vielleicht das "geistige Kitzeln", wenn man ihn nicht irgendwo anders kitzeln kann. Man ist einfach stur freundlich und geht nur auf die positiven Sachen ein. Das tue ich selbst. Ich weiß, dass ich euch damit ab und zu auf den Schlips trete. Ihr kommt zu mir und denkt, ihr hättet ein großes Problem.

Tatsächlich aber geht es darum, den Spiegel zu erkennen und nicht die Bilder im Spiegel.
Während ihr nur die vielen Bilder, das viele schwarze Waschwasser seht, was da vom Spiegel fließt, sehe ich, dass mehr und mehr vom Spiegel zu leuchten anfängt.
Das ist es, was mich interessiert. Die Schleier und Hindernisse gehen sowieso vorbei und ändern sich die ganze Zeit. Wer nimmt das überhaupt ernst? Das ist nicht wichtig.

Das wichtige ist die Buddhanatur dahinter. Die ist wahr, die wird stärker, die sieht man und die erfährt man. Ich nehme keinen auf den Arm und ich bin nicht oberflächlich, wenn ich sage: "Ihr seht gut aus!" Ihr seht tatsächlich immer besser aus, je länger ihr im Dharma seid, ihr habt etwas gelernt, ihr seid weitergekommen.

“Wie kann man Leuten helfen, die immer nur jammern, oft unzufrieden sind und nicht wirklich etwas gegen ihre Probleme unternehmen wollen?”

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Lass sie spüren, dass so ein Verhalten für dich uninteressant ist. Geh gar nicht auf sie ein!
Wenn du die Leute auf ihren Reichtum aufmerksam machst, werden sie reich. Wenn sie sich erlauben, auf ihre Schwächen und Fehler aufmerksam zu werden, werden sie arm.
Grundlegend ist höchste Wahrheit höchste Freude.

Am Besten zeigt man den Leuten, wie es auf der Welt zugeht.
Damit hilft man Ihnen sehr!