Tag Archive for “Zorn”

Kann es sein, dass man glaubt, aus einem bestimmten Grund auf jemand sauer zu sein, aber in Wirklichkeit ist es eine Geschichte aus einem früheren Leben?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ja, es kann gut sein, dass dir im letzten Leben z.B. jemand deinen Partner weggenommen hat oder dich umgebracht hat. Das kann dein Karma sein. 

Das ist ja auch einer der Gründe, warum es so schwierig ist, Kriege zu stoppen. Viele Wesen bringen sich gegenseitig um und dann begegnen sie sich in einem anderen Leben in allen möglichen Ländern wieder und bringen sich dort wieder um und wieder. Das einzige Gegenmittel ist, dass die Menschen so positiv werden, dass diejenigen mit einem schlechten Karma in diesen Ländern nicht mehr geboren werden.

Für mich fühlt es sich so an, als ob der Zorn nicht aus mir heraus kommt, sondern von außen in mich reingepflanzt wird. Kann das nicht auch sein?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn du keinen Zorn in dir hast, wirst du auch keinen Zorn draußen fühlen! Ich verspreche dir, das ist Ring und Haken. Wenn da kein Ring ist, den der Haken deines Zorns fangen kann, dann siehst du den vermeintlichen Widersacher wie ein komisches Tier im zoologischen Garten, das Saltos schlägt. Es kann kein zorniges Gefühl aufkommen, du denkst nur „Sonderbar, warum benimmt er sich so komisch?“

Indem du meditierst und so den Zorn bei dir selber entfernst, bist du wie eine Gans: Alles was man auf dich gießt, fließt zu allen Seiten runter und du wirst nicht nass dabei. Deswegen arbeiten wir an uns selber.
Man kann zwar auch die ganze Welt draußen mit Leder bedecken, damit man gut drauf laufen kann. Das ist dann angenehm, aber auch viel Arbeit. Oder man meditiert. Und das ist so wie Schuhe anziehen. Da hat man sein eigenes kleines Stück Leder, auf dem man rumlaufen kann. Und dann tut es auch nicht weh.

Mein Bruder hat starke Aggressionen und fängt immer wieder Schlägereien an. Kann ich ihm irgendwie helfen?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn er bereit wäre, ein Mantra zu sprechen, dann einige Million OM MANI PEME HUNG. Das baut eine Menge Aggressionen ab.

Mir selber verging die Lust am Schlägern, als ich das erste Mal in einer Nacktsauna war. Da habe ich plötzlich gesehen, wie viel nackte Haut da ist, die verwundet werden kann, wie verwundbar die Menschen wirklich sind. Als ich aus der Sauna kam, dachte ich: „Jetzt schütze ich sie, jetzt schlage ich sie nicht mehr, jetzt ändere ich das Programm“. Und das war gut so!

Mir ist aufgefallen, dass wenn ich es geschafft habe, bei einer persönlichen Begegnung Zorn zu vermeiden, hinterher leicht arrogante Gefühle entstehen. Das ist doch auch nicht gut, oder?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn man Zorn vermeiden kann, ist auch ein Gefühl von Arroganz oder allen möglichen Austauschgefühlen erlaubt. Das darfst du haben, bis du davon müde bist – dann geht das auch weg.

Mit dem Zorn solltest du wie mit einem Gift umgehen. Das böse Gift musst du in weniger gefährliche Komponenten teilen. Und dann noch weiter trennen. Am Ende kannst du es als Dünger auf die Erde sprühen.
Um Zorn zu vermeiden, ist fast jedes Mittel erlaubt. Auch die Idee „Ich bin ja nur 10 Minuten mit ihm zusammen…“, ist leicht arrogant. Weil man sich selbst besser macht als den anderen. Wenn es dich aber von einem Zornausbruch abhält, hat es auch seinen Nutzen gehabt.
Am Ende guckt man nur und denkt sich: ,,Warum tut er das?’’ Man hat keinen Zorn mehr in sich und kann es gar nicht verstehen.

Seit ich mir fest vorgenommen habe, bewusst gegen meinen Zorn anzugehen, komme ich viel seltener in Situationen, in denen ich früher zornig geworden wäre. Ist das ein Zufall?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Nein, sicher nicht. Eine ganz wichtige Unterstützung bei unserer Arbeit sind Bodhisattva- und andere Gelübde. Denn in dem Moment, wo ihr gegen den Zorn in euch arbeitet, werden immer weniger unangenehme Leute zu euch kommen. Das verspreche ich euch.

Es ist das Gleiche, wie wenn man aufhört Mücken zu töten. Dann kommen immer weniger Mücken, die einen stechen. Weil Mücken das Karma für ein kurzes Leben haben. Und wenn sie nicht bei euch getötet werden, müssen sie woanders hingehen.
So ist es, wenn ihr aufhört zornig zu sein. Die zornigen Leute gehen dann woanders hin. Denn sie haben keine Verbindung mit euch. Ihr seht sie nicht mehr.
Seit Hannah und ich 1970 im September bei Vollmond die Gelübde bei Karmapa nahmen – vorher gab es immer Schlägereien und große Auseinandersetzungen -, weiß ich nicht, wohin die zornigen Leute gegangen sind. Ich habe nichts mehr mit ihnen zu tun. Überall begegne ich nur netten Menschen. Ab und zu ein paar „Gerüchte-Küche-Leute“, aber die sagen auch immer weniger.
Es ist so, dass man sich in gewissen Kraftkreisen, Energiekreisen bewegt. Wenn man z.B. aus einem Gewaltkreis rausgeht, begegnet man diesen Menschen nicht mehr. Wenn die Gewalt, die Störgefühle aus einem selber entfernt werden, hat man nichts mehr damit zu tun.
Hannah und ich haben das während unserer Zeit im Himalaya, ca. 5 Jahre lang beobachtet. Wir haben z.B. niemals gesehen, wie ein Tier geschlachtet wird. Und das Schlachten geschieht auf jeder Straße, am Straßenrand. Wir waren niemals bei den Schlachtfesten, wo die ganzen Berge in Blut triefen, ich habe es niemals gesehen. Nur vorher die glücklichen Ziegen. Und nachher ein paar Ziegenkoteletts .
Dadurch, dass ihr dieses Bodhisattvagelübde nehmt, wird eine Menge Rauhes, Schmerzbringendes, Negatives und Leidbringendes aus eurem Leben verschwinden. Das kann ich euch versprechen.

Stimmt es, dass man sein gutes Karma verbraucht, wenn man keine Geduld hat?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Keine Geduld haben, heißt zornig werden. Und zornig werden verbrennt die verschiedenen guten Karmas. Die vielen positiven Eindrücke im Geist brennen ab und verschwinden.

Es gibt sehr viele Wesen auf der Welt, die gute Sachen denken, tun und sagen. Wesen, die viel Positives aufbauen. Aber jedes Mal, wenn sie auf eine Ebene kommen, auf der eine Veränderung, eine neue Dimension von Bewusstheit gefordert wird, bekommt der Geist irgendeine Angst oder Unsicherheit. Dann beginnen die Wesen zornig zu werden und fallen wieder runter. Die alten Gewohnheitsgefühle und Gedanken machen sich wieder breit und dann bauen sie wieder gute Sachen auf, fallen wieder runter, bauen wieder auf, und immer so weiter.

Auf jeden Fall gilt: Vermeidet Zorn so gut ihr könnt! Und wenn ihr von ihm gebissen werdet, dann werdet ihn auch wieder los! Die Entscheidung, Zorn so gut und schnell wie es geht, aus dem Geist zu entfernen ist der theoretische Aspekt des Bodhisattva-Gelübdes. Wenn der Zorn hochkommt, versucht, ein Mantra zu sagen, das ihn auflöst. Lasst den Zorn auf einem Film von Mantra-Öl abfließen, damit er euch nicht wirklich schadet und keine schlechten Gewohnheiten in euren Geist kommen. Das ist ganz wichtig. Denn wenn wir negativen Gedanken erlauben, in unseren Geist zu kommen, fressen sie sich immer tiefer in uns hinein.
Es ist natürlich so, dass kein Schullehrer überleben könnte, wenn er nicht fähig wäre, zornig zu gucken. Man muss fähig sein, die Maske des Zorns aufzusetzen wie Mahakala, denn es gibt Leute, deren Geist so klein ist, dass sie denken, ihr seid schwach nur weil ihr freundlich seid. Zeigt Zorn wie eine Welle, die kommt und geht. Macht auf andere Leute diesen Eindruck, und geht danach weg: Leicht, glücklich und ohne Probleme.

Geduld sollte man nicht mit Schwäche verwechseln. Es gibt Leute, die geduldig sind, weil sie Angst haben. Über diese Art von Geduld rede ich nicht. Wenn man immer ängstlich ist, muss man vielleicht einen Kampf anfangen, um zuerst einmal die Angst loszuwerden. Wenn man dann selbstsicher und stark ist, wenn man sich selbst nichts mehr beweisen muss, kann man geduldig sein. Aber wenn Leute alles mit sich machen lassen, weil sie Angst davor haben, etwas zu tun, dann hat das nichts mit buddhistischer Geduld zu tun. Das ist nicht so nützlich.

Wie kann man seinen Zorn überwinden ?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ich würde sagen, am einfachsten ist es, Situationen zu vermeiden, bei denen du immer ins Wasser fällt. Wenn du dich nach einer Zeit des Vermeidens stärker fühlst, kannst du das Thema mit mehr Humor sehen, kannst darüber lachen und es überpersönlich sehen.

Auch wenn du mehr auf Abstand gehst, wirst du am Ende „den Dieb in ein leeres Haus kommen lassen“. Das bedeutet, einfach keine Energie in ein ungeduldiges, gereiztes Gefühl geben, sondern sehen, wie das Gefühl hin- und herläuft und versucht dich zur Reaktion zu motivieren – und du tust nichts. Dann kannst du die Energie dieser Gefühle sogar verwenden, um abzuwaschen, das Auto zu säubern oder den Garten umzugraben.

Es geht also darum, Situationen, die dich ungeduldig machen, erst mal zu vermeiden. Wenn du stärker bist und Abstand hast, erkennst du, dass es sowieso wie ein Traum ist und danach kannst du das Gefühl beobachten ohne darauf zu reagieren.
Aber Geduld muss gelernt werden. Es bedeutet nicht auszuharren oder verzögert zu reagieren. Man kann da sitzen wie eine Katze, die stundenlang auf die Maus wartet, bis sie sie hat: Das ist keine Geduld! Wichtig ist, dass man sich Raum schafft, um die Situation mit Abstand sehen zu können. So kann ein Prozess der Umformung stattfinden, wenn man damit arbeiten will. Man kann dabei so reifen, dass immer mehr Raum und Freiheit entsteht, dass man immer mehr Möglichkeiten für den Umgang mit schwierigen Situationen bekommt, so dass man kein absolutes Stoppen und Blockieren mehr erlebt.

Kann man Ungeduld auch irgendwie sinnvoll nutzen?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ich denke ja! Ich gebe dir ein Beispiel, wie ich mit Ungeduld umgehe. Ungeduld ist immer angenehm, wenn man wie beim Autofahren beim Drehzahlmesser in den grünen Zahlen ist.

In den niedrigen, den weißen Zahlen werden die Kolben zu hart geklopft, das ist nicht gut und kommt man in die roten Zahlen, dann reißt vielleicht der Schmierfilm. Es geht also darum, in den mittleren 2000 bis 6000 Umdrehungen zu bleiben.
Der Trick ist, immer gleichzeitig so viele Sachen zu tun zu haben, dass du in diesen Grenzen bleibst. Wenn die Menschen z.B. immer ganz viel von dir wollen, dann bist du völlig dabei. Wenn sie ein bisschen weniger nah sind, kannst du auch verschiedene praktische Sachen machen. Und sind sie gut mit sich selber beschäftigt, kannst du vielleicht dabei sein und trotzdem Briefe schreiben und die Verbindung mit den anderen halten. Wenn du dafür sorgst, dass du immer im grünen Bereich bleibst, nutzt du deine Ungeduld gut und sie wird zum Besten für alle.

Manchmal gelingt es mir ganz gut, den Zorn zu bekämpfen, aber oft schlägt das Gefühl dann um in starke Traurigkeit. Was bedeutet das?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Es ist ein Zeichen, dass du starke Reinigungen hast. Du bist mit großem Interesse und voller Offenheit eingestiegen. Du bist den Weg Buddhas gegangen und hast gesehen: Es gibt Leid, Leid hat Ursachen – und du hast die Idee: Vielleicht gibt es ein Ende vom Leid.

Du hast großes Interesse, dem Leid ein Ende zu setzen. Und je mehr Energie, Offenheit und Vertrauen du hineinsteckst, desto mehr kommt auch hoch. So kann es durchaus Situationen geben, in denen man alles Mögliche durchmacht und deshalb nicht fähig ist, mit vielen Leuten in guten Kontakt zu treten. Deswegen haben wir ja auch die Retreats. Da kann man alles auf den Tisch schütten, ohne dass die Leute ständig kritisieren. Da kann man in Ruhe durch viele innere Prozesse durchgehen. Das sollte man am besten mit seinem Lehrer oder in einem Gruppenretreat zusammen machen. Und wenn es weg ist, kommt man wieder raus und ist wieder gesellschaftsfähig.
Du bist begabt und hast wirklich verstanden, dass der Geist nicht kaputt gehen kann. Alles was geschieht, was von innen hochkommt, ist Reinigung. Du kannst sicher sein, dass es 1. nicht zu dick wird, dass du 2. etwas daraus lernst und 3. immer etwas los wirst.
Wichtig ist, dass du viele Mantras machst, viel „Karmapa Tschenno“, dich darauf konzentrierst. Du solltest auch über die Leerheit der Dinge nachdenken. Dass alles entsteht, sich ändert und sich wieder auflöst. Dass die Dinge gar nicht so wirklich sind, wie man sie machen will. Denn das Ego versteckt sich auch gerne im Drama des Reinigungsprozesses. Wenn du meditierst, gehen die Energiekanäle auf, du machst die Reinigung durch und dann wieder zurück an die Arbeit. Versteife dich nicht so sehr auf das Drama.

Ich erfahre alle Störgefühle und Reinigungen sehr stark körperlich. Manchmal sieht das schon komisch aus, wie soll ich damit umgehen?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Hannah und mir ging es auch so. Ich habe Mahakala-Fratzen geschnitten, das war kaum zu glauben. Ich sah aus wie ein ganzer Tigerkäfig auf einmal. Wenn die volle Identifikation mit der Lehre stark ist, dann kann es halt so kommen.

Es gibt einen Zentrumsleiter, dessen Vertrauen ist sehr stark und bei ihm sind die Energien voll durchgegangen, da lösten sich Blockaden, weshalb er ständig nicken musste. In diesem Zentrum haben dann viele begonnen, mit dem Kopf zu nicken. Weil er so einen starken Kraftkreis hat, mussten innerhalb von kurzer Zeit 50 Leute nicken. Jetzt hat er ausgenickt und jetzt hat das Mandala auch ausgenickt in dieser „Nickschule“. So können Sachen erscheinen, sich ändern und auch wieder auflösen. Es sind Erlebnisse auf dem Weg.
Wenn wirklich Vertrauen da ist, öffnen sich die Kanäle und dann kann so etwas geschehen. Es ist ein Zeichen, dass die Energien die Kanäle reinigen. Es ist wie bei einem Wasserschlauch. Dreht man den Wasserhahn auf, schlägt der Schlauch nach rechts und links aus, er verschiebt sich ein bisschen und bleibt dann in einer neuen Position liegen, aber er vibriert ein bisschen. So reagieren auch die inneren Kanäle, wenn die Energien fließen: Bei manchen wird der Kopf sehr heiß, andere spüren ein Brennen im Herzen oder die Augen drücken usw. Es ist ein Zeichen, dass die Energien aktiv sind. Es ist nützlich, in solchen Zuständen zu ruhen, Shine-Meditation zu machen.
Shine-Meditation heißt, den Geist festhalten, sich auf etwas konzentrieren. Z.B. auf einen Stein, das ist Hinayana. Die Konzentration auf den Atem oder auf eine Buddhastatue braucht eine tiefere Konzentration, die dem Mahayana entspricht.
Die höchste Meditationsstufe ist Vajrayana, wo wir blitzschnell mit dem Karmapa verschmelzen, wie in der Drei-Lichter-Meditation. Dann sind wir der Karmapa, haben die Schwarze Krone auf dem Kopf, die inneren Kanäle öffnen sich, die Energieräder fließen und was auch geschieht, wir konzentrieren uns auf unsere inneren Gefühle. Ist dann z.B. ein Druck im Herzen oder im Hals zu spüren, ist das Energierad an dieser Stelle am stärksten. Hier, in diesem Lotus, sitzt Karmapa. Von hier strahlt Licht zu allen Wesen hinaus, das sie von ihren Leiden befreit und Klarheit und Einsicht bringt. Wo auch immer ein Gefühl spürbar ist, lässt sich der Diamantweg, das Vajrayana sehr sehr gut anwenden. Wenn keine Gefühle das sind, lässt sich Hinayana und Mahayana anwenden.

In meinem Job muss ich öfters ziemlich durchgreifen und auch mal Leute vor die Tür setzen. Das ist mir oft unangenehm und bin ich am Zweifeln, ob es wirklich richtig ist. Kannst du mir dazu einen Rat geben?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Man sollte die Leute auf jeden Fall wie Erwachsene behandeln, ihnen sagen, dass sie für ihre Handlungen die Konsequenzen tragen müssen.

Viele Erwachsene sind wie Kinder. Sie wissen nicht, was richtig und falsch ist und benehmen sich deshalb wie Kinder. Dann muss man ihnen sagen: „Das wird so belohnt und das wird so bestraft. So funktioniert die Welt, jetzt triff deine Wahl“. Fröhlich und unpersönlich durchschneiden, ihnen klar sagen: „Du musst jetzt hinaus, bitteschön“ und nicht „Ich muss leider…“. Denn wenn man Erwachsene wie Kinder behandelt, benehmen sie sich auch wie Kinder. Und wenn Kinder keine Grenzen bekommen, werden sie neurotisch.

Es gibt doch Situationen, da muss man zornig auftreten, um etwas Gutes zu bewirken. Kannst du dazu was sagen?

Antwort von Lama Ole Nydahl:
Wenn du zornig handelst, kann das Ergebnis nicht Friede, Freude, Eierkuchen sein. Zorn ist eine Vergiftung. Nur wenn das ICH sich nicht vertraut, glaubt es,  Zorn zeigen zu müssen.

Du handelst viel besser ohne Zorn. Deine Taten sind viel stärker und besser, wenn du aus Mitgefühl heraus handelst. Du bist dann viel geschmeidiger, siehst genau, was ist und bekommst so deine Resultate. Äußerlich kannst du dich zornig und kraftvoll zeigen, aber innerlich darfst du nicht zornig sein.
Viele junge Leute sind hoffnungsvoll zu mir gekommen und baten mich um eine Bescheinigung, dass sie als Buddhist nicht Soldat werden können. Das kann ich nicht unterstützen, ich war auch selbst Soldat. Wenn es keine Soldaten gibt, wer soll dann unsere Gesellschaft und unsere Freiheit schützen? Wir haben ja nur unsere Freiheit, weil wir genug Soldaten hatten. Du kannst sehr gut Buddhist sein und dein Land schützen, Du darfst dabei nur nicht zornig sein.