Antwort von Lama Ole Nydahl:
Computerarbeit ist anspruchsvoll, da ist der Kopf nicht frei. Hier ist es gut, die Arbeit als ein freies Spiel des Geistes zu sehen, sie als riesige Weisheit zu erleben. Man kann sich den Lama über seinem eigenen Kopf sitzend vorstellen und dabei denken: „Jetzt mache ich meine Arbeit hier richtig gut und mein Lama ist mit dabei!“. Bei geistig anspruchsvoller Arbeit nehmen Mantras zu viel Konzentration.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Bei solcher Arbeit gibt es zwei Möglichkeiten. Einerseits kannst du dir vorstellen, du selbst würdest ein paar Zentimeter oberhalb deines eigenen Kopfes sitzen und würdest die Sachen von da aus sehen. Das hebt alles und ist sehr nützlich. Andererseits kannst du die ganze Zeit über Mantras sprechen. Dabei fühlst Du die Energien in deinen inneren Zentren. Die innere Erfahrung ist eigentlich wichtiger als das Äußere, was du gerade tust. So würde ich es selbst tun. Ich würde ein Mantra einfließen lassen und einfach erleben. Ein bisschen höher setzen, dann Das Mantra ,,Karmapa Chenno’’ ist sehr nützlich hierbei.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Bei intellektueller Arbeit, die einen zu 100% in Anspruch nimmt, sollte man vor Beginn diese als ein Geschenk an den Raum sehen. Das ist die Erleuchtung des Raumes, die sich selbst ausdrückt. Es ist Wahrheit innen und außen, die sich begegnen, das ist ein großes Fest. So tue ich es. Ich komme herein, um einen Vortrag zu geben und denke:,,Wow! Wenn ich da sitze und euch für einen Moment alle wahrnehme, geschehen plötzlich alle möglichen Dinge, weil da Raum ist, mit dem man arbeiten kann und Freundschaft da ist als Grundlage der Arbeit’’.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Was der Welt vor allem fehlt, sei es in großen oder kleinen Problemen, ist die Vorausschau. Man ist wie ein Politiker, der in zwei Jahren die Wahl gewinnen muss und nicht wie ein Staatsmann, der auch an die nächste Generation denkt.
Es stimmt, dass wir hier und jetzt und nicht morgen und woanders leben, aber im Handeln, da sollte man wenigstens fünfzig Jahre in die Zukunft schauen. Zwar kann man kurzfristig vielleicht auf Kosten anderer einen Vorteil haben, aber das bedeutet dann, dass man in der Zukunft einen Feind hat, der einen irgendwie blockiert.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Dies ist nur in sehr seltenen Fällen so. Wenn es das einzige Ziel im Leben ist, die volle Erleuchtung zum Besten aller Wesen zu erreichen, dann ist dies der höchste Weg. Erfahrungsgemäß ist es jedoch so, dass nur ganz, ganz wenige auf Dauer damit zufrieden werden. In der idealistischen Jugend schafft man dies vielleicht, doch wird man älter und stellt fest, dass man keine Rente bekommt oder nicht reisen kann, weil man kein Geld hat, sieht die Sache schon anders aus.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Dann hast du wohl zu hart und zu viel meditiert. Es ist wichtig, dass man nicht mit seinem Leben oder der Familie aneckt, nur weil man Buddhist geworden ist und meditiert. Es sollte ein ,,Sowohl-als-Auch’’ sein und kein ,,Entweder-Oder’’ ! Das Leben sollte man so gut wie möglich weiterführen und die Meditation dann nach seinen Möglichkeiten integrieren. Die Grundübungen sind ja ein Mittel, um besser zu leben.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Das schließt sich in keiner Weise aus. In deiner Einstellung hast du immer den Raum als Grundlage. Von dieser unneurotischen sicheren Grundlage aus kannst du dann sehen, was am meisten Nutzen für alle bringt und frei entscheiden, was du tun willst.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Hier muss man zunächst einmal die äußerliche Lage genau anschauen. Man fragt sich „Bin ich überhaupt an einer Stelle, wo man Geld verdienen kann?“,,Was liegt im Trend? Wo bewegt sich das Geld hin?“ Das ist das Erste. Hat man festgestellt, dass man an einer Stelle ist, die im Abwärtstrend ist, so sollte man sich umschauen und versuchen einen neuen Weg zu gehen. Wichtig ist jedoch, auch die innere Ebene: zu erkennen: Wie sehr man wirklich etwas anderes will, ob man genügend Interesse für etwas Neues hat.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Hier würde ich langfristig denken. Mit der Einstellung, dass dies, was ich denke, sage und tue, den Wesen langfristig nutzt, ist die Zeit gut verwendet. Vor allem würde ich versuchen, in allem, was geschieht, den Geschmack von Befreiung und Erleuchtung zu halten und wünschen, dass die Leute sich dadurch entfalten und weiterkommen. Wenn man denkt, dass dies, was man tut, den Wesen auf lange Sicht nutzt, ihnen Freude, Sinn, Überschuss oder freie Zeit für geistige Entwicklung bringen wird, ist es gut.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ja, solange man es ohne Anhaftung und Widerwillen und zum Besten aller Wesen tut. Und den Geist dabei beobachtet, sein Besten gibt und die Einstellung hält, anderen dadurch zu nutzen. Dann ist sogar den Garten umgraben eine sinnvolle Tat oder von einem Punkt zum anderen zu fahren, weil alle Ebenen von Wachstum und Bewusstsein dabei sind.
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Geld ist eine Form von Energie, etwas womit man arbeiten kann. Ich selbst bin Jahrgang 1941, also Kriegsgeneration und ich erinnere mich heute noch an mein erstes Stück Weißbrot. Mein Umgang mit Geld ist natürlich geprägt durch meine Kindheit und durch die Nachkriegszeit. Ich bin in Geldangelegenheiten eher konservativ. Daher rate ich allen meinen Schülern, niemals Schulden zu machen. Die Tibeter sagen, dass wer mit Schulden stirbt, als Pferd wiedergeboren wird. Und all die früheren Gläubiger reiten dann auf einem herum und behandeln einen nicht gut…
Antwort von Lama Ole Nydahl:
Ein Tipp ist, sich den Vorgesetzten in Unterhosen vorzustellen! Man nimmt ihm gedanklich all die feinen Kleider ab, lässt sich nicht mehr durch seine Uniform beeindrucken, vergisst alle Bügelfalten und den Preis des feinen Anzugs. So sieht man dann vielleicht, dass er doch ein wenig dick ist und nicht genügend an die Sonne kommt, und schon ist er ein wenig menschlicher geworden.